14. Jun 2019

3 Fragen an Designstudio kaschkasch

Kaschkasch wurde Ende 2011 von Florian Kallus und Sebastian Schneider gegründet. Das Design-Duo arbeitet in den Bereichen Möbel- und Lichtdesign, entwickelt zunehmend aber auch industrielle Produkte. So präsentierte das Designer-Duo auf der diesjährigen interzum beispielsweise 3 Griffkollektionen, die in Kooperation mit der dänischen Firma furnipart entstanden sind. Furnipart ist spezialisiert auf Griffe beziehungsweise Küchengriffe. ambista sprach mit den Designern über ihre neuen Entwürfe, die Quelle ihrer Inspiration und den Entwicklungsprozess auf dem Weg zum Produkt.

Ihr seid bekannt für Eure intelligenten und zeitlosen Entwürfe. Was ist charakteristisch für Eure Arbeit?

Bei unseren Produkten versuchen wir stets die perfekte Balance zwischen einer maximal reduzierten Ästhetik und einem Maximum an Funktionalität herzustellen. Das kann man am Beispiel der hier ausgestellten Küchengriffe gut erkennen.

Denn wie man sieht, sind diese sehr aufgeräumt und beruhigt, besitzen aber gleichzeitig ein ausgesprochen gutes Touch and Feel. Das ist nicht bei allen Küchengriffen der Fall, die auf der interzum ausgestellt werden. Zwar gibt es einige Griffe, die formal ästhetisch schön sind. Greift man jedoch danach, stellt man schnell fest: Ah, dahinten ist irgendwie noch eine scharfe Kante oder es entstehen Fragezeichen im Kopf des Benutzers, die wir gerne vermeiden möchten.

Von schlichten Küchengriffen über stilvolle Lampen bis hin zur modularen Sofalandschaft: Woher nehmt Ihr die Inspiration für Eure Entwürfe?

Unsere Inspiration kommt eigentlich von überall her, sie liegt quasi auf der Straße. Wichtig ist, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und dabei seine Aufmerksamkeit den kleinsten Dingen zu widmen. Denn manchmal sind es lediglich Details, die uns die Ideen für unsere Entwürfe liefern.

Gleichzeitig ist aber auch der Entwicklungsprozess selbst ausgesprochen inspirierend für uns. Wenn wir an einem Produkt arbeiten, entstehen dabei oft neue oder sogar ganz andere Ideen. Oder auch ein komplett neuer Ansatz für dasselbe Produkt.

Apropos Entwicklungsprozess: Wie entstehen eigentlich Eure Entwürfe?

Der Design- und Entwicklungsprozess ist bei uns Teamwork. Das sind zum einen wir beide, aber auch ein kleines Team, das ständig an cleveren und innovativen Ansätzen für unsere Projekte arbeitet. Unsere Entwürfe entstehen in intensiven Prozessen: vom gemeinsamen Brainstormen über die ersten Entwurfsskizzen bis hin zum tatsächlichen Entwicklungsprozess und dem fertigen Prototypen beziehungsweise das endgültige Resultat dieses Prozesses

Bei den hier vorgestellten Küchengriffen war der 3D-Druck außerdem ein wichtiges Tool im Prozess. Denn dieser ermöglichte es uns, unsere Entwürfe eins zu eins zu drucken und anschließend die Haptik direkt an einer Küchenfront zu überprüfen. So stellten wir schnell fest: Es greift sich nicht gut, die Abstände stimmen noch nicht oder ästhetisch passt etwas noch nicht.

Das war eine Erfahrung, die uns bei der Entwicklung der Griffe sehr viel Freude bereitet hat, weil es im Vergleich zu beispielsweise einem umfangreichen Tischprojekt sehr viel unkomplizierter und schneller war.

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