Cristalmood: ein Werkstoff mit Durchblick

Denkt man an Badezimmermöbel, so fallen einem sofort klassische Materialien wie Keramik, Holz, Stein oder Glas ein. An Waschbecken und Badewannen aus Kunstharz denkt sicherlich keiner. Der patentierte Werkstoff Cristalmood des italienischen Unternehmens Antoniolupi hat mit seinem neu entwickelten Material aus Harz eine Innovation erschaffen, die das Gesicht der klassischen Badezimmerausstattung nachhaltig verändern wird. 

11. Mär 2020

Es wird bunt: farbige, transparente Badmöbel 

Weiß verliert seine letzte Bastion: Bei Badmöbeln wird es jetzt bunt. Das Bad wandelt sich. Es wird immer moderner, wohnlicher und ersetzt auch schon mal den Spa-Besuch. Geometrische Formen, leuchtende Farben und erstaunliche Accessoires definieren das Bad neu und geben ihm auch eine andere Optik.

„Das Badezimmer steht immer mehr im Zentrum neuer und leistungsfähiger Materialien,“ erklärt Andrea Lupi, CEO Antoniolupi. „Die Eleganz und der Stil einer Marke machen den Unterschied. Unsere Forschung wird mit dem Ziel eines ‚Total Look‘ oder eines kompletten Projekts für das Badezimmer entwickelt. Wir bieten verschiedene Lösungen mit einer Auswahl an Stilen, Materialien, Größen und Preisen an und versuchen, den Anforderungen der Endbenutzer in großem Maßstab gerecht zu werden.“ 

Mit den von Antoniolupi entwickelten und patentierten Materialinnovationen Flumood und Quarzomood zeigte das italienische Brand in den letzten Jahren, dass eine Badausstattung verschiedene Formen annehmen kann. Und Farben. Ein Waschbecken muss nicht immer rund, viereckig oder weiß sein und in Verbindung mit einem Waschtisch geliefert werden.

Es kann auch als Objekt designt werden und beispielweise frei im Raum stehen. Mit seinem neusten Werkstoff setzt das Unternehmen jetzt ein weiteres Zeichen: Cristalmood bringt die Transparenz ins Badezimmer.   

Reflex ist die erste Wanne weltweit, die aus farbigem Kunstharz besteht. Dank der Zusammensetzung wiegen Objekte aus Cristalmood etwa 30 Prozent weniger als solche mit fester Oberfläche. © Antoniolupi

Cristalmood: von einer Idee zu einer Materialneuheit 

Die Forschung nach einem neuen Harz begann 2016 und es brauchte mehr als zwei Jahre Entwicklung, bevor der Werkstoff Cristalmood fertig war. „Die Transparenz des Kristalls und die Widerstandsfähigkeit des Steins sind die beiden wesentlichen Eigenschaften, die ich bei einem neuen Material gesucht habe,“ erklärt Lupi. „Die Schönheit von Cristalmood macht jedes Produkt, das aus diesem Material hergestellt wird, einzigartig, es gibt nichts Vergleichbares auf dem Markt“. 

Cristalmood ist widerstandsfähiger und vielseitiger als andere Werkstoffe. Die Verarbeitung ist allerdings aufwendig: Das flüssige Kunstharz wird in einem ersten Schritt per Hand in eine Silikonform gegossen. Nach dem Aushärten werden die Rohlinge per Hand entnommen und in einem zweiten Arbeitsschritt per Hand geschliffen und poliert.

So werden alle Unebenheiten innen und außen entfernt. Der letzte Schritt besteht dann in einem schützenden Fixiermittel. Aufgrund des Fertigungsprozesses und der handwerklichen Herstellung ist jedes Produkt aus Cristalmood einzigartig und unverwechselbar.  

Opale ist in der neuen zehneckigen Form oder in der traditionelleren runden Form erhältlich. © Antoniolupi

Albume, Opale, Vitreo: Unikate mit Durchblick 

Durch die Materialeigenschaften von Cristalmood werden zwei Waschbecken nie identisch sein. Als ob es aus Stein wäre, ist jedes Produkt ein Unikat, die leichten Unterschiede in der Farbe oder kleine Luftblasen, die sich bilden können, geben jedem Produkt Seele und Authentizität. Das erste Produkt, was Antoniolupi 2018 aus Cristalmood vorstellte, war der Waschtisch Albume. Albume ist ein freistehendes Waschbecken, das durch die Kombination zweier gegensätzlicher Materialien überzeugt: Harz und Marmor. 

Mit der Erweiterung durch Holz für den Sockel ist eine neue, perfekte Variante für diejenigen geschaffen, die die Wärme des Materials lieben. Die hochgebockten Becken tauchte der Designer Carlo Colombo in saftige Gummibärchenfarben: Ingwer, Limette, Sangria, Petroleum oder Kobalt gehören zum Farbspektrum der Kollektion.  

Nachdem die Wanne Reflex aus der Silikonform gelöst wurde, wird sie per Hand geschliffen und poliert. © Antoniolupi

Mit der Entwicklung von Opale ging das Design-Team Carlo Colombo und Andrea Lupi noch einen Schritt weiter: Der Name bezieht sich explizit auf die Geometrie und die unendlichen Reflexionen von bunten Edelsteine – ein Querverweis zwischen Material, Oberflächen und raffinierten Farbwelten.

Die Waschbecken können in zehn verschiedenen Farben hergestellt werden, wobei die Kombination mit dem Sockel aus Bianco Carrara Marmor oder Nero Marquina Marmor besondere Effekte zur Folge hat: Das durchsichtige Becken scheint mit dem Marmorsockel förmlich zu verschmelzen – trotz der unterschiedlichen Materialität.  

Vitreo, ebenfalls designt vom Design-Team Colombo und Lupi, ist auch ein freistehendes Waschbecken mit Bodenablauf. Vitreo ist als ein einzelner Cristalmood-Block konzipiert, der die ganze Eleganz des Materials und die klassische Geometrie der Spülbeckenformen nahtlos zum Ausdruck bringt.

Durch die Transparenz von Cristalmood wird das Wasser bei diesem Produkt zum Hauptakteur. Man kann regelrecht verfolgen, wie sich das Urelement im Becken ansammelt und seinen Weg bis in den Abfluss im Boden sucht. Das ist so einmalig. 

Reflex ist die erste Wanne weltweit, die aus farbigem Kunstharz besteht. Dank der Zusammensetzung wiegen Objekte aus Cristalmood etwa 30 Prozent weniger als solche mit fester Oberfläche. © Antoniolupi

Reflex, die erste Badewanne aus Kunstharz 

Mit Reflex hat das Unternehmen jetzt die erste Badewanne aus Kunstharz auf den Markt gebracht. Sie zeichnet sich durch saubere Formen und Farben, Harmonie und Minimalismus aus. Auch die Wanne ist in zehn Trendfarben zu erhalten: Fumé, Nebbia, Ocker, Flaschengrün, Petroleum, Ingwer, Kobalt, Sangria, Bernstein und Limette verzaubern einen nicht nur, sie wecken in jedem das Bedürfnis, sich einfach in dem Farbrausch gehen zu lassen und sich völlig zu entspannen. Durch Reflex wird eine Badewanne zum Highlight und Blickfang im Bad, dem sich niemand entziehen kann. 

Zu bunt, um wahr zu sein 

Eine bloß pragmatische Notwendigkeit ist das Bad schon längst nicht mehr, sondern vielmehr Ruhepol, Spa für zu Hause und Oase für die Sinne. Wie man aus der schlichten Nasszelle ein echtes Highlight macht, zeigt das Unternehmen Antoniolupi.

Mit der Entwicklung von Materialneuheiten wie Cristalmood, erlebt das Bad ein Facelifting, dass so sicherlich unverwechselbar ist. Der neue, transparente, bunte Werkstoff taucht ein Bad in harmonische Farbwelten und das klassische Weiß, was in den letzten Jahrzehnten das Badzimmer dominiert hat, verliert seine vorherrschende Stellung. 

Kommentare (2)
Porträt von Matthias Wobbe
Matthias Wobbe
MoebelaPort
15:26 | 24.03.2020
Ist dieses in der heutigen Zeit Umweltverträglich, wie ein Marmorstein oder andere natürliche Stoffe.(Glas, Porzellan, Keramik) Sicherlich eine Neuheit im ersten Moment, ich weiß jetzt den Preis dieses Produktes nicht, ich will nur hoffen das hieraus nicht zigtausend oder mehr noch hunderttausende von Badewannen billig und preiswert in den Markt gedrückt werden leider gibt es in der Möbelbranche schon zu viele Anbieter, welche die Preise in den Badezimmern so günstig machen, das es sich für den Handel, zum Teil nicht mehr lohnt, diese Produkte zu verkaufen. Auch die Chinesen werden diesen Stoff versuchen durch anderes Material nachzuahmen.
13:39 | 24.03.2020
Hübsch. Aber leider nicht nur formal retro, sondern auch in der Materialität. Mineralölbasiert, energieintensiv, nicht verrottbar, nicht recycel- sondern höchstens downcycelbar. Das scheint mir nicht fortschrittlich zu sein, in einer Zeit, in der Kunststoffe aus der natürlichen Kreisläufen ferngehalten werden sollen und aufwendig produzierte Konsumgüter möglichst langlebig gestaltet werden und positiv altern sollten. Trotzdem hübsch, wie ein schnell gelutschtes Bonbon. C. Fischer, Industrial Designer