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Modern Tradition: Design mit handwerklichem Charme

Die Kombination moderner Gestaltung mit handwerklichem Flair spielt in der Innenarchitektur eine zunehmende Rolle. Zeitgenössische Entwürfe wie auch Klassiker werden dem neuen Trend zugeordnet: Modernes Möbeldesign, verbunden mit natürlichen Farben und sorgfältig bearbeiteten Formen, vorzugsweise aus Holz.

06. Okt 2021

Tisch 1140 von Thonet (Design: Werner Aisslinger) 

Archetyp eines Tischs: Mit Thonet 1140 hat Designer Werner Aisslinger einen Allround-Tisch aus Eichenholz entwickelt, der massiv und zugleich leicht ist. Seine Kennzeichen sind die nach außen in einem Viertelkreis abgerundeten Tischbeine sowie der dezent sichtbare Beschlag aus Aluminiumdruckguss zur Verbindung von Tischplatte und Beinen.

Das Verbindungselement macht es möglich, einen äußerst stabilen Tisch zu schaffen, der mit sehr reduziertem Materialeinsatz auskommt. Als vielseitiges und belastbares Möbel ist der Thonet 1140 ebenso für die Einrichtung von Privaträumen gedacht wie für den Objektbereich.
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Thonet 1140, Design: Werner Aisslinger © Thonet

Simple Hi Bett von Zeitraum (Design: Formstelle) 

Geometrische Form trifft auf lebendige Maserung: Beim puristisch gestalteten Simple Hi Bett steht die Ästhetik des Massivholzes im Vordergrund, die durch eine Oberflächenbehandlung mit natürlichen Ölen hervorgehoben wird. Die Füße befinden sich am inneren Rand des Rahmens, so dass die streng geometrische Form zu schweben scheint. Simple Hi gibt es mit einem markanten Kopfteil in zwei verschiedenen Höhen. Bei den Holzarten stehen Esche, Eiche, amerikanische Kirsche sowie amerikanischer oder europäischer Nussbaum zur Wahl.

Simple Hi Bett, Design: Formstelle © Zeitraum

Stuttgart Stuhl von e15 (Design: Richard Herre) 

Hohe Handwerkskunst: Mit Stuttgart setzt der Hersteller e15 seine Recherche zu den Wurzeln der Moderne fort. Der handwerklich fein detaillierte Holzstuhl wurde 1926 von dem Architekten, Innenarchitekten und Typografen Richard Herre geschaffen und geht nun erstmals in Serie. Charakteristisch für das zeitlos elegant wirkende Sitzmöbel ist seine geschwungene Rückenlehne, die heute aus massivem Holz gefräst wird.

Der Stuhl ist in gewachster europäischer Eiche oder gewachstem Nussbaum erhältlich. Austauschbare Sitzpolster – wahlweise in Leder, Wiener Geflecht oder in aktuellsten Stoffen – verleihen dem Stuhl einen besonderen Ausdruck, von eher traditionell bis zeitgenössisch. Stuttgart macht am Esstisch eine ebenso gute Figur wie als Besucherstuhl.

Stuttgart Stuhl, Design: Richard Herre 1926 © e15

The Farns Sideboard von Walter Knoll (Design: Eoos) 

Wandelbarer Stauraum: The Farns nimmt sich Ludwig Mies van der Rohes lichtdurchflutetes Farnsworth House zum Vorbild. Das Sideboardsystem aus einem furnierten MDF-Korpus mit leicht spiegelnden Glasmodulen und grifflosen Holzfurniertüren, ruft Erinnerungen an Formen der 1950er bis 1960er Jahre wach.

Als Holzsorten stehen Eiche weiß pigmentiert oder geflammt sowie Nussbaum mit Splintanteil zur Wahl. Das Untergestell gibt es mit matt pulverbeschichtetem schwarzem oder bronzefarbenem Stahl. Grifflose Schubkästen und optionale Glastüren ergänzen das System.

The Farns Sideboard, Design: Eoos © Walter Knoll

Chair 69 von Artek (Design: Alvar Aalto) 

Universaltalent unter den Stühlen: Der finnische Architekt und Designer Alvar Aalto schuf seinen minimalistischen Chair 69 aus laminiertem Birkenholz mit einer Sitzfläche aus Birkenfurnier. Auf den ersten Blick entspricht er dem Bild eines klassischen Küchenstuhls bereits 1935. Genauer betrachtet sind es seine spezifischen Details, die ihn über die Jahrzehnte immer modern wirken lassen.

So sind die L-förmigen Vorderbeine Aalto-typisch direkt mit dem Sitz verbunden. Charakteristisch ist das sichtbare verschraubte Verbindungselement von Hinterbeinen und Lehne. Die breite Sitzfläche wie die gebogene Rückenstütze sorgen für ein bequemes Sitzgefühl. Heute gibt es ihn in einer Vielzahl von Farben und Ausführungen, die stilistisch in alle erdenklichen Räume passen.

Chair 69, Design: Alvar Aalto 1935 © Artek

Spanish Chair von Fredericia (Design: Børge Mogensen) 

Ein Sessel, der Patina entwickeln darf: Auf einer Reise durch Andalusien ließ sich der Däne Børge Mogensen von traditionellen spanischen Handwerksformen inspirieren. In der Folge entstand 1958 sein Spanish Chair, bei dem er massives Eichenholz mit naturbelassenem oder pflanzlich gefärbtem Sattelleder kombinierte.

Sitzfläche und Rückenlehne des Sessels lassen sich wie bei einem Gürtel durch große Messingschnallen nachspannen. Das Gestell beruht auf geometrischen Formen und geht in breite Armlehmen über, auf denen man Getränke oder kleine Gegenstände abstellen kann. Die verwendeten Materialien sind langlebig und entwickeln beim Gebrauch eine Patina, die ihre Wertigkeit zusätzlich betont.

Spanish Chair, Design: Børge Mogensen 1958 © Fredericia

Eames Lounge Chair von Vitra (Design: Charles und Ray Eames) 

Statussymbol und Stilikone: Das Designerpaar Charles und Ray Eames entwarf den nach ihnen benannten Lounge Chair 1956 als zeitgenössische Interpretation des englischen Clubsessels. Zusammen mit dem passenden Ottomanen steht das moderne Relaxmöbel für ein Höchstmaß an Luxus und Bequemlichkeit.

Der Klassiker wird in seiner ursprünglichen Version aus amerikanischem Kirschbaum-Furnier für die Sitz- und Rückenschale, einem Untergestell aus poliertem Alumium sowie schwarzem Leder gefertigt. Heute stellt Vitra auch Varianten mit weißem, grauem und braunem Leder sowie weiteren Holzsorten wie Nussbaum oder Esche her. Selbst auf veränderte Körpergrößen nehmen heutige Versionen Rücksicht.  

Unter dem Begriff Modern Tradition wird Möbeldesign verstanden, das handwerkliche Fertigung nutzt und Werkstoffe, die beim Altern reifen dürfen. Nicht selten verleiht ihnen Holz eine warme und wohnliche Ausstrahlung. In der Gunst der Endverbraucher gewinnt dieser Einrichtungsstil zunehmend an Bedeutung. Designer und Hersteller reagieren mit neuen Entwürfen und passen historische Modelle heutigen Erwartungen an. 

Autorin: Heike Edelmann

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