01. Okt 2019

Deutsche Möbelindustrie in Zahlen 2019

Auch in diesem Jahr stellt eine Studie des Magazins "möbel kultur" aktuelle Zahlen, Grafiken und Analysen aus der Möbelbranche vor. Sie entstand wieder in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen. Die Untersuchungen ergeben unter anderem, dass die deutsche Küchenmöbelindustrie weiterhin führend in Europa bleibt und Frankreich mit Abstand der stärkste Exportmarkt für deutsche Möbel ist. 

Küchenhersteller aus Deutschland an der Spitze 

Im europäischen Vergleich ist die deutsche Küchenmöbelindustrie führend, das betrifft nicht nur die Aufträge, sondern auch Technologie und Design, wie die aktuelle Studie des Magazins „möbel kultur“ belegt. Die hohe Exportquote von über 40 Prozent sichert deutschen Unternehmen eine Unabhängigkeit vom zuletzt schwächer werdenden Inlandsmarkt. 

Bei den Auftragseingängen im Jahr 2018 konnten die deutschen Küchenmöbelhersteller 2018 ein Umsatzplus von 6,7 Prozent im Auslandsgeschäft und 7,28 Prozent im Inland verbuchen.  

Hochwertigkeit bei Polstermöbeln bewerben 

In der Polstermöbelindustrie steigen die Durchschnittspreise deutlich an, denn nahezu zwei Drittel der deutschen Polstermöbel werden in Osteuropa gefertigt, wo die Lohnkosten stark angestiegen sind. Ein weiterer Grund ist der Trend zu werthaltigen Möbeln wie beispielsweise solchen mit Relax-Funktion. 

Der Fachhandel setzt auf eine preisorientierte Bewerbung, sollte sich aber besser auf eine Strategie konzentrieren, in der Möbel als Kulturgut gewertet werden und insbesondere bei der Großfläche die hohe Qualität durch entsprechende Kampagnen betonen. Die Umsatzentwicklung 2018 betrug im Inland -1,53 Prozent und im Ausland -2,18 Prozent.  

Zuwächse vor allem aus dem Exportgeschäft 

Der Wohnmöbelsektor verzeichnete 2018 einen Umsatzrückgang von -1,2 Prozent im Inland und 1,0 Prozent im Ausland. Die Zahlen im ersten Jahresdrittel 2019 sehen mit 3,33 im Inland und sogar 8,33 Prozent im Ausland deutlich besser aus. 

Wie bei den Küchenmöbeln ist die Entwicklung für die Wohn- und Schlafmöbelindustrie im Ausland positiver. Die Zuwächse kommen also vorwiegend aus dem Exportgeschäft, das heißt von der positiven Entwicklung profitieren nur solche Firmen, die stark exportorientiert sind.  

Stark überalterte Möbelbranche 

Beim Krankenstand ist von Februar bis April 2019 ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 1,3 Prozent zu verzeichnen. Am niedrigsten sind die Krankentage in der Sparte Küche und Bad, am höchsten im Polstermöbelbereich. Der Grund dafür ist die Altersstruktur in den beiden Bereichen. 

Den größten Krankenstand haben ältere Mitarbeiter und deren Anteil ist in der Polstermöbelindustrie am höchsten. Deshalb sollte die Branche durch ein verbessertes Gesundheitsmanagement gegensteuern.  

Nachwuchs frühzeitig anwerben 

Im gesamten verarbeitenden Gewerbe sind 20,5 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 18 und 30 Jahren alt, in der Möbelindustrie aber nur 15 Prozent. Bei den 51- bis 60-Jährigen liegt die Quote bei 27,7 Prozent im Vergleich zu 34,2 Prozent in der Möbelindustrie. 

Es zeichnet sich ein massiver Mangel an Nachwuchs und Fachkräften ab, wenn die Generation der heute 41- bis 50-Jährigen in Rente geht. Darauf sollte sich die Branche vorbereiten, indem sie Arbeitsplätze für jüngere Mitarbeiter attraktiver macht und gezielt auf ein starkes Employee-Branding setzt.  

Exportmarkt Nummer eins ist Frankreich 

Mit Abstand der stärkste Exportmarkt für deutsche Möbel bleibt Frankreich. In den einzelnen Segmenten stellt sich die Entwicklung aber höchst unterschiedlich dar. Die Küchenmöbel haben einen deutlichen Außenhandelsüberschuss, die Importe gehen zurück und liegen derzeit bei unter drei Prozent.

In der Polstermöbelbranche zeigt sich ein anderes Bild, denn sie ist stark inlandslastig - die Exportquote liegt unter 20 Prozent. Wichtigster Exportmarkt ist mit Abstand Frankreich, hier konnten 2018 die Exporte um 6,6 Prozent gesteigert werden. Der bevorstehende Brexit wirkt sich schon jetzt aus mit einem Rückgang der Exporte von -5,3 Prozent.  

Offensive für den Export 

Polstermöbelhersteller exportierten 2018 Ware im Wert von 704,3 Millionen Euro, die Importe aus dem Ausland lagen dagegen bei 2.024,8 Millionen Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Teilsparten der deutschen Möbelindustrie einen hohen Nachholbedarf in puncto Export haben.

Deshalb ist es notwendig, eine Offensive zu starten, denn eine niedrige Ausfuhrquote erhöht zwangsläufig die Abhängigkeit vom Inlandsmarkt. Der Druck auf die schwächere Polstermöbelindustrie kommt also von mehreren Seiten. 

Höhere Kosten bei der Energie  

Das Kostenmanagement gehört zu den unverzichtbaren Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirtschaften mittelständiger Unternehmen. Werkstoffe wie Holz und Metalle sind günstiger geworden, die Energiekosten aber steigen weiter an. 

Dies stellt ein Problem für die Möbelbranche dar, denn aufgrund einer steigenden Technologisierung und Automatisierung wird mehr Energie benötigt. Durch die ohnehin steigenden Energiekosten trifft diese Entwicklung die Möbelbranche also doppelt. So wird die Anforderung an nachhaltige Energieproduktion und Fertigung weiter steigen, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. 

Die vollständige Studie informiert mit weiteren interessanten Statistiken und Übersichten ausführlich über die Entwicklungen der deutschen Möbelindustrie. Erwerben kann man sie im Onlineshop des Ferdinand Holzmann Verlags. 

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