Verband der deutschen Möbelindustrie

Die Einrichtungstrends im Jahr 2022

Themen wie Naturmaterialien, Ressourcenschonung, Langlebigkeit und Produkttransparenz sind den Verbrauchern in diesem Jahr bei der Einrichtung ihrer eigenen vier Wände besonders wichtig. Auch das Design und die Farben spiegeln diese Entwicklung wider: Konsumenten bevorzugen von der Natur inspirierte Nuancen und weiche Formen. Bei den Funktionen zählen außerdem Stauraum und das Homeoffice zu den Favoriten. Das sind die Erkenntnisse von Trendexpertin Katrin de Louw, die im Auftrag der Möbelverbände VDM/VHK die Wohntrends 2022 analysiert hat.

18. Jan 2022

Ressourcen sparen, auch mit der Einrichtung  

Das Zuhause attraktiv einzurichten und es sich selbst gemütlich und erholsam zu gestalten, bleibt auch 2022 ein wichtiger Einrichtungstrend.  Dabei werden den Verbrauchern ein langlebiges Design und ein ökologischer Materialeinsatz aus nachhaltiger Produktion immer wichtiger. „Die Verwendung von heimischen Holzarten und regionalen Wertschöpfungsketten, aber auch der schonende Umgang mit Materialien und Rohstoffen in der Entwicklung von Möbeln spielen eine große Rolle“, so Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK). Demnach rücken 2022 verstärkt ökologische Materialien in den Fokus, ressourcenschonend in raffinierten Möbeln eingesetzt, die flexibel und vielfältig einsetzbar sind.  

Neben Werterhalt und Langlebigkeit im Design wird auch die Wiederverwertbarkeit hinsichtlich der Materialkreislaufwirtschaft immer relevanter. Das Design ist dabei reduziert und klar, aber durch liebevolle Details, wie Rundungen und geschwungene Bögen, gleichzeitig raffiniert und wertig. Auch zeitlose Klassiker werden neu aufgelegt und versprechen dem Konsumenten Beständigkeit und Werterhalt seiner Einrichtung. In den Küchen feiern moderne und reduzierte Landhausoptiken ein Comeback. 

Der moderne Küchen-Landhausstil zeichnet sich unter anderem durch Kassettenfronten und Metallgriffe aus. © VDM/Sachsenküchen

Verschmelzung der Funktionen 

Durch den Wandel unserer Lebens- und Arbeitswelt hin zu mehr Homeoffice und Homeschooling verschwimmen die Funktionen von Möbeln zunehmend ineinander. Versteckte Technik, wie das Wireless Charging oder USB-Steckplätze, finden sich im Homeoffice-Sekretär ebenso wie in der Sofalandschaft oder der Küche. Die Möglichkeit, online zu sein und wichtige Nachrichten überall abrufen zu können, schafft auch in den Möbeln Platz für Handy oder Tablet. Dabei sind berührungslose Bedienungen angesagt bis hin zur Sprachsteuerung von Licht.

Multifunktionell: Mit dem schwenkbaren Tischmodul wird aus der ergonomischen Steharbeitsfläche im Handumdrehen ein Esstisch oder Homeoffice-Platz. © VDM/Ballerina Küchen

Erholung im privaten Bereich 

Der private Teil der Wohnung – das Schlafzimmer, die Ankleide und das Badezimmer – verschmilzt zu einem Rückzugs- und Erholungsort in den eigenen vier Wänden. Insgesamt wird die Einrichtung hier deutlich wohnlicher und lädt zum längeren Aufenthalt ein. Holz und Nassraum-Tapeten für das Bad; Pflanzen, die nachts Sauerstoff für den Schlafbereich produzieren, schaffen eine neue Gemütlichkeit.  

In Neubauten gönnt man dem Bad etwas mehr Platz, und mit zunehmender Raumgröße wird es auch gerne mit dem Schlafzimmer kombiniert. Dieses ist 2022 inspiriert von luxuriösen Hotels und bietet gesunden Schlaf ebenso wie relaxte Lichtstimmungen durch cleveres Möbellicht. Die Innenausstattung der Schlafzimmerschränke und Ankleiden ist vielfältig und raffiniert, vom Stauraumwunder bis zum hochwertigen Ambiente mit edlen Materialien wie Furnier, Messing, Leder und Samt oder Wollfilz.  

Der beigefarbene Stoffbezug und die dezente Bettkufe sorgen für eine leichte, verspielte Optik. © VDM/Hülsta

Raumsparwunder oder große Statement-Möbel  

Die Größe der Möbel variiert in der nächsten Saison stark. Zum einen ist der Trend zu Stauraumlösungen ungebrochen. Gleichzeit werden die Möbel reduzierter und brauchen selbst wenig Platz. Als Gegentrend setzen die Verbraucher mit raumgreifenden Tischanlagen und großen Lounges ein luxuriöses Statement, gepaart mit einer humorvollen Dekorationen und heiteren Farbakzenten. 

Die deutsche Wohnmöbelindustrie bietet intelligente Homeoffice-Lösungen wie diesen ausklappbaren Schreibplatz. © VDM/Kettnaker

Hybrid-Möbel für In- und Outdoor sind beliebt 

Outdoor-Möbel 2022 sind so wohnlich und attraktiv, dass sie durchaus auch im Wohnzimmer Platz finden könnten, und so bieten die Hersteller immer häufiger Möbel sowohl für Indoor als auch für Outdoor an. Der mit Pflanzen dekorierte Balkon bekommt Kissen, Teppich und Leuchte sowie eine Ecke zum Kochen oder Grillen. Kleine, mobile Rollwagen bringen Notwendiges von der Küche nach draußen. Selbstgezüchtete Kräuter dürfen ebenfalls nicht fehlen – egal, ob auf dem Balkon oder ganzjährig in der Küche.  

Holz dominiert die komplette Wohnwelt 

Holz ist als nachwachsender, heimischer Rohstoff, der auch in Möbeln CO² bindet, gefragter denn je und bestimmt maßgeblich die neue Natürlichkeit. Nicht nur in Wohn- und Esszimmermöbeln, sondern auch in der Küche, im Büro und im Badezimmer erfreut sich das Material wachsender Beliebtheit. Dabei spielt die Herkunft aus zertifizierten, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern eine ebenso wichtige Rolle wie die natürliche Anmutung; mit handschmeichelnder, matter Haptik und dezenten Ästen weisen sie sich aus als erlebbare Unikate der Natur. 

Eiche und Nussbaum bleiben wichtige Trendhölzer 2022, aber diverse andere Holzarten wie Rüster (Ulme), Esche, Ahorn oder Weißtanne tauchen ebenfalls auf und verbreitern das Spektrum heimischer Holzarten. Massivholzmöbel mit matt geöltem Finish zeigen sich auch schon mal mit tiefen Strukturen oder in gerillter Optik, insbesondere in den neuen Küchenfronten aus Holz. Die natürliche Einrichtung wird durch weitere Accessoires aus Sisal, Rattan, Weide sowie Baumwolle oder Leinen ergänzt.

Im Esszimmer wird Massivholz mit dunklen Oberflächen und Glaselementen kombiniert. © VDM/Wimmer Wohnkollektionen

Farb- und Materialtrends in dieser Saison 

„Neutrals“ (engl.) heißen naturnahe Pastelltöne von Hellbeige über warme Grau- und Brauntöne bis hin zu Anthrazit. Diese belegen den Anspruch an nachhaltiges Design und eine zeitlose Farbwahl, die das Möbel lange Zeit attraktiv hält. Aber es wird auch dezent farbiger. Die Trendfarbe Blau transportiert die Sehnsucht zum Meer, und auch Grüntöne bleiben wichtig. Weiterhin liegen auch sehr dunkle Farbnuancen und ganze Raumgestaltungen im Trend.  

Polstermöbel sind in der nächsten Saison mit Cord, Samt oder interessanten Bouclé-Stoffen ausgestattet, welche den Sitzmöbeln eine ansprechende und grobe 3D-Haptik verleihen. Sessel und Sofas sind knautschig und etwas weicher gepolstert. Die Sitzposition bleibt dabei komfortabel und wird dank motorischer Unterstützung auf Wunsch auch zur Liegeposition.  

Blau- und Grüntöne sorgen für Wohlbefinden und lassen sich gut mit Hölzern und anderen Naturmaterialien kombinieren. Ein Beispiel ist die neue Farbe „dive deep!“ – hier als Küchenfront, Wandverkleidung und Fischgrät-Fußboden. © VDM/Colornetwork

Schwarz und Anthrazit bleiben 

Akzente in Schwarz und Anthrazit bleiben ein Statement im kommenden Jahr, insbesondere auf zarten Metallsockelfüßen und -untergestellen, aber auch in Leuchten. Die Spülen und Armaturen in Küche und Bad kommen ebenso wie die elektronischen Geräte in mattem Schwarz mit Anti-Fingerprint-Oberfläche in unsere Wohnungen. Die Lust auf Gemütlichkeit zeigt auch Schwarz auf größeren Flächen und in dunkleren Raumszenen, die dann mit mattem Gold, Messing oder Bronze unterbrochen werden. Rückseitig lackiertes Glas, Massivholz und Marmor ergänzen den Style in Tischplatten und Arbeitsflächen.  

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