31. Jan 2019

Paravent: Ein Klassiker kehrt zurück

Ob asiatisch, modern oder im Landhausstil: Der Paravent ist eines der flexibelsten Möbelstücke und kann durch seine Konstruktion je nach Bedarf ganz einfach aufgestellt, wieder zusammengeschoben und verstaut werden. Auch wenn der Paravent nie wirklich aus der Mode gekommen ist, sind Raumteiler das Wohnrequisit der Stunde. Mit innovativen Designs emanzipieren sich die neuen Modelle von ihrem etwas angestaubten Image.

Designklassiker für veränderte Wohnwelten

Heute, wo das "offene Wohnen" immer beliebter wird, erfährt der Designklassiker, dessen Wurzeln in China und Japan des 8. Jahrhunderts liegen, eine Renaissance. Von Anfang an dienten Paravents dazu, einen neuen Raum in einem anderen Raum zu schaffen. In Zeiten von urbaner werdenden Lebenswelten gewinnt diese Funktion wieder an Bedeutung.

Die Wohnungen in Großstädten werden offener, aber auch kleiner. Wer sich heute auf dem Immobilienmarkt umsieht, findet in Großstädten viele Wohnungen mit loftartigen, "offenen" Großraum, in dem Küche, Wohn- und Esszimmer unterzubringen sind. Diese offenen Grundrisse bieten neuen Gestaltungsspielraum und auch Platz für Designobjekte wie Paravents, die den Räumen Halt und Struktur geben.

Ein weiterer Trend sind aber auch Micro-Apartments. Die Ein-Zimmer-Wohnung sind die Antwort auf die Verdichtung des Wohnraums in Metropolen, wo die Anzahl von Single-Haushalten wächst. Hier schaffen Paravents auf kleinster Fläche einen zusätzlichen Rückzugsort. Durch neue Designs und innovative Materialien kreiert der Paravent aber nicht nur einen Rückzugsort im eigenen Zuhause und gibt Halt in offenen Wohnräumen – er ist gleichzeitig ein Designelement und Repräsentant des eigenen Lifestyles.

Das luxemburgischen Unternehmen Dante Goods and Bads hat mit "Minima Moralia" ein Paravent aus pulverbeschichtetem Aluminium entwickelt. Der außergewöhnliche Raumteiler, designt von Christophe de la Fontaine aus plissierten Stoffgewebe, bietet ausreichenden Sichtschutz und sorgt gleichzeitig für ein luftiges Design.

Wer es klassisch und natürlich mag, der wird bei Cane Collection fündig. Das in Bangkok ansässige Designstudio Atelier 2+, greift in seiner Kollektion die Kunst der Rohrflechterei auf. Egal ob Holz, Kunststoff oder Textil: Die Materialien der modernen Paravents könnten unterschiedlicher und vielfältiger nicht sein.

Die Funktionen: Sicht- und Schallschutz

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hat der Raumteiler seine Popularität nie verloren. Das ist vor allem seiner Funktionalität geschuldet. So vermitteln in Krankenhäusern und Arztpraxen vor allem Leichtparavents das Gefühl von Privatsphäre. Das deutsche Unternehmen Ropimex hat mit den Modellen "RFW" und "RLP" gleich zwei mobile Leichtparavents im Sortiment.

Der Sichtschutz lässt sich schnell Zusammenfalten und die Rollen versprechen höchste Mobilität. Auch der tschechische Möbelhersteller TON hat seit kurzem einen Paravent in seine Santiago 02 Kollektion aufgenommen, die speziell für Menschen mit eingeschränkter Mobilität in Pflegeeinrichtungen entworfen wurde.

In Zeiten von Coworking Spaces und offenen Großraumbüros bieten Raumteiler aber noch eine weitere Funktion: als Schallschutz für ungeliebte Nebengeräusche. Ropimex hat mit seiner DIVI Kollektion verschiedene akustische Lösungen gefunden, die Funktion und Design in Einklang bringen.

Das Modell DIVI put.on besteht beispielsweise aus einzelnen Kuben in zwei Größen und lässt sich durch Stellfuß und Verbindeteiler aus eloxiertem Aluminium blitzschnell zusammensetzen. Die Kuben sind in zwölf Farben erhältlich und können frei im Büro platziert werden.

Nicht nur neue Wohnsituationen, ungewöhnliche Grundrisse oder komplizierte Zimmeraufteilungen erfordern Begrenzungen. Auch als Designelement werden Paravents heute verstärkt genutzt. Ganz dem Motto folgend: Geteilter Raum ist doppelter Raum!

Kommentare (1)
Porträt von Katrin Gerke
Katrin Gerke
raum | macht | wirkung
15:50 | 19.02.2019
Nicht nur in offenen Wohnkonzepten finden Paravents ihren Platz. Auch in den modernen Bürowelten, im Multispace und in der Lounge kann man sie vielfältig einsetzen. Die Privatsphäre und Intimität kann damit wieder einkehren in die flexiblen Grundrisse.
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