05. Jul 2019

Die Nachhaltigkeitsziele in der Möbelindustrie

2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die 17 Sustainable Development Goals, kurz SDGs. Das Ziel der Ziele: den Planeten und alle, die darauf leben zu schützen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie können auch der Möbelbranche helfen, einen wertvollen Beitrag dazu zu leisten.

Nicht zuletzt die Europarlament-Wahl im Mai 2019 hat gezeigt, dass immer mehr Menschen sich für Klima- und Umweltschutz interessieren. Viele schenkten ihr Vertrauen den Parteien, die für Innovation und Nachhaltigkeit stehen. In der Möbelbranche gilt Nachhaltigkeit seit Jahren als Megatrend und Unternehmen, die sich ihr verpflichten, haben damit Erfolg und gewinnen langfristig treue Kunden. Wir berichteten bereits über den Erfolg ökologischer Möbel und fassten auch die Zertifizierungen zusammen, mit denen Möbelhersteller und Möbelhändler ihr umweltfreundliches Handeln überprüfen und dokumentieren.

Auch die SDGs der UN werden immer populärer und zahlreiche Unternehmen unterstützen die ehrgeizige Agenda, die im September 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York verabschiedet wurde, um Armut und Hunger zu reduzieren, Gesundheit zu verbessern, Gleichberechtigung zu ermöglichen, den Planeten zu schützen und vieles mehr.

17 Ziele für eine (gute) Zukunft           

Im Gegensatz zu vorhergegangenen Zielen der UN, richten sich die SDGs nicht mehr nur an Entwicklungs- und Schwellenländer, sondern rufen auch die Industrienationen dazu auf, ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele zu leisten. Dabei betont die UN die Rolle der nicht-staatlichen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und definiert zahlreiche Ziele und Unterziele für Unternehmen.

Die fünf Leitthemen – Menschen, Erde, Wohlstand, Frieden und Partnerschaften – bilden das Gerüst für die 17 Global Goals und ihre 169 Unterziele. „Der Bekämpfung von Hunger, absoluter Armut, Förderung von Gesundheit und Bildung werden gleichberechtigt mit ökonomischen und ökologischen Zielen Raum gegeben“, erklärt Julia Scheerer von der Bertelsmann-Stiftung die besondere Bedeutung der SDGs. Sie ist überzeugt, dass die Ziele Unternehmen die Möglichkeit bieten, „die ihnen zugeschriebene Mitverantwortung entlang der eigenen Lieferkette und Materialität pragmatisch zu gestalten.“ (Sie finden alle 17 SDGs kurz und übersichtlich erklärt auf den Seiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.)

SDGs als Orientierungshilfe für eine nachhaltige Möbelindustrie

75 Prozent der an der UN-Initiative Global Compact beteiligten Unternehmen haben im Jahr 2017 ihre Absicht bekräftigt, einen Beitrag zu den SDGs zu leisten – darunter auch IKEA. Diese Unternehmen wollen die SDGs nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsstrategien daran auszurichten und darüber zu berichten. Um sie darin zu unterstützen, haben Institutionen wie die Global Reporting Initiative, die Initiative der UN Global Compact und der World Business Council for Sustainable Development den  SDG-Kompass entwickelt. Er erläutert, wie die SDGs sich speziell auf Unternehmen auswirken und bietet Werkzeuge, um Nachhaltigkeit in Geschäftsstrategien zu verankern. Wie SDGs ins Tagesgeschäft integriert werden können, zeigt der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht von Ikea.

Die SDGs bei Ikea

Ikea schreibt in seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2018: „Wir orientieren uns an ihnen (den SDGs), wenn wir unser Geschäft entwickeln, neue Ziele setzen und mit unseren Partnern zusammenarbeiten.“ In der Praxis bedeutet das, dass Ikea Standards zu den Themen Menschenrechte und Umweltschutz entwickelt hat, diese gemeinsam mit seinen Stakeholdern weiterentwickelt und auch kontrolliert, ob sie eingehalten werden.

Ein Beispiel: Ikea beauftragt für alle Transporte Dienstleistungsunternehmen, die wiederum häufig mit Subunternehmen kooperieren. Um dennoch zu gewährleisten, dass die Fahrer gute und faire Arbeitsbedingungen genießen, führte Ikea 2018 fast 250 unangekündigte, freiwillige und anonyme Interviews durch, um Feedback zu den Arbeitsbedingungen direkt von den Fahrern einzuholen und begrenzte die Vergabe von Unteraufträgen, um mehr Transparenz zu erreichen. Alle diese Maßnahmen ordnet Ikea in seinem Nachhaltigkeitsbericht dem ersten SDG zu, dem UN-Ziel „Keine Armut“.

Zum siebten Ziel unter den SDGs, „Bezahlbare und saubere Energie“, beschreibt das Unternehmen sein Programm zur Umstellung auf erneuerbare Energien, gibt an, dass bereits 74 Prozent des Energieverbrauchs in den Betrieben aus erneuerbaren Quellen stammen und eine Steigerung auf 100 Prozent angestrebt wird, „indem wir in Anlagen für erneuerbare Energien vor Ort investieren, darunter Photovoltaikmodule, Wärmepumpen, Biomassekessel oder Blockheizkraftwerke.“ Im kommenden Bericht wird das Unternehmen dann darlegen, wie viel es von dieser Zielvorgabe erreicht hat.

Die Bedeutung der Nachhaltigkeitsberichte für SDGs

Über die Umsetzung der SDGs im eigenen Unternehmen zu berichten, ist mehr als Imagepflege und Werben um umweltbewusste Kunden – obwohl das ein sehr nützlicher Nebeneffekt sein kann. Wenn Firmen die SDGs in ihre Strategien aufnehmen, sind ihre Anstrengungen nicht nur konkret messbar und die Fortschritte für alle sichtbar, sondern viel mehr als das: Sie sind ein Katalysator für Aktion, Innovation und wirklichen Wandel und tragen dazu bei, dass es der Erde und ihren Bewohnern besser geht. Besonders Unternehmen aus der Möbelbranche haben einen wichtigen Einfluss, denn ihr Geschäft betrifft alle Lebens- und Umweltbereiche. Diese zu schützen und langfristig zu erhalten, ist nicht nur aus idealistischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen sinnvoll.

Kommentare (1)
17:31 | 09.07.2019
Wir von Traumkonzept legen großen Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Sehen Sie hier unser Video dazu https://www.youtube.com/watch?v=-6KypCuInoM
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