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19. Nov 2018

Trendagenturen in der Möbelszene

Wie können Möbelhersteller wissen, welche Farben, Formen und Themen in Wohnwelten zukünftig angesagt sind? Trendagenturen suchen nach Antworten, haben erstaunlich effektive Methoden, um sie zu finden, und werden in Deutschland dennoch viel zu selten beauftragt.

Die britische Agentur „Trend Bibel“ bringt die Aufgabe, der sich Trendagenturen alltäglich wie alljährlich stellen, auf den Punkt: „Ob sozial, kulturell oder geschmacklich, unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, welche Zukunftstrends Ihr Unternehmen beeinflussen und Ihnen helfen, diese zu nutzen. Unsere Kunden verlangen von der Trendanalyse und -interpretation einen garantierten Wettbewerbsvorteil, so dass wir natürlich sehr ergebnisorientiert sind.“ Der Druck, unter dem Trendagenturen arbeiten, ist also enorm, vor allem weil die Ergebnisse direkt messbar sind: in höheren Gewinnen, wachsenden Marktanteilen und Mediennennungen. Um mit ihren Prognosen richtig zu liegen, beziehen die Agenturen entsprechend viele Faktoren in ihre Analysen ein: Sie beobachten Konsumenten, interpretieren deren Mentalität, Ängste, Genüsse, Wünsche und Träume und bewegen sich gleichzeitig in den Unternehmen, um zu sehen, was diese von den Verbraucherwünschen umsetzen können.

Auf die Möbelindustrie spezialisierte Trendagenturen

Im deutschsprachigen Raum gibt es wenige Agenturen, die sich auf die Möbelbranche spezialisiert haben. Das liegt laut Katrin de Louw, Gründerin und Geschäftsführerin der Trendagentur „Trendfilter“, daran, dass bereits die Zulieferer von Möbelherstellern ihre Kunden mit Informationen über aktuelle Trends gut versorgen und auch Messen wie „imm cologne“ und „interzum“ effektive Informationsquellen und Austauschbörsen sind. Der Nachteil daran: Möbelhersteller im deutschsprachigen Raum verlassen sich en gros auf dieselben Prognosen, gehen fast alle in dieselbe Richtung. Nur wenige trauen sich, eigene Wege zu beschreiten, individuelle Produkte auf den Markt zu bringen und damit eventuell eigene Trends zu kreieren. Entsprechend wenige Trendagenturen arbeiten in Deutschland ausschließlich für die Möbelbranche.

Gabriela Kaiser von TRENDagentur sieht darin einen Vorteil: „Für mich als Agentur ist der gesamte Design-Lifestyle von Interesse. Möbel darf man nicht isoliert sehen, sondern sie stehen im Raum in einem Kontext. Wie sehen die Wände aus? Spielen die Wände im Moment eine stark dekorative Wirkung, benötigt man Möbel, die nicht auch noch hoch dekorativ und extrem farbig sind. Wird wenig mit Homeaccessoires dekoriert, dürfen Tische und Möbel gerne etwas dekorativere Oberflächen haben. Ich rate Möbelherstellern, Messen wie die ‚Ambiente’ zu besuchen und sich ein Bild über die Farben-, Material- und Design-Welt zu machen. Wenn beispielsweise Accessoires aus Holz sehr stark sind, macht ein Holztisch für mich wenig Sinn. Im Moment haben wir aber eine starke rustikale Keramik-Welle und dazu passen Holztische perfekt.“

Wie Möbelhersteller von Trendagenturen profitieren (könnten)

Das Gespür und Expertenwissen für aktuelle Trends und gefragte Lifestyle-Produkte erarbeiten Trendscouts für ihre Agenturen von Berufs wegen. Davon können Möbelhersteller in Deutschland weitaus mehr profitieren, als sie es momentan tun. Nicht nur, indem sie das Expertenwissen direkt anzapfen, sondern auch indem sie gemeinsam mit Trendagenturen neue, eigene Produkte entwickeln. So ist Katrin de Louw überzeugt, dass ihre Agentur „Trendfilter“ gemeinsam mit Möbelherstellern „nicht nur technische Innovationen, Qualität und Prozesse vorantreiben können, sondern auch gutes Design hinsichtlich der Formensprache und des Materialeinsatzes leisten könnten.“ Mit Hilfe von Trendagenturen eigene Wege zu gehen, ist auf dem hart umkämpften Möbelmarkt durchaus riskant, bietet aber auch die Chance, sich zu profilieren und mit einem Erfolgsprodukt Marktführer zu werden.

 

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