Eine Bestandsaufnahme

Digitaler Superbau „The Ship“

Das Kölner Bürogebäude „The Ship“ gilt als digitaler Superbau und steht damit für die Zukunft der Arbeitswelt. Die Idee hinter dem Kölner Bürogebäude „The Ship“ ist einfach: Eine digitalisierte Arbeitsumgebung, in der Menschen sich wohlfühlen. Die Umsetzung war allerdings um einiges komplexer. 

18. Okt 2021

Der Bau wurde mit einer künstlichen Gebäudeintelligenz ausgestattet, die sich die Präferenzen der Nutzer merkt. Als „Vorzeige-Gebäude“ und „digitaler Superbau“ machte das Projekt bei der Eröffnung Schlagzeilen. Doch wie genau funktioniert die smarte Büroumgebung und wie hat sie sich bislang bewährt. Eine Bestandsaufnahme mit Dr. Oliver Steinki, Bauherr von „The Ship“. 

Für jede Aktivität die richtige Umgebung 

Voraussetzung für die voll digitalisierte Immobilie im Kölner Stadtteil Ehrenfeld war eine genaue Planung. „Dank einer umfassenden Bedarfsanalyse, die wir vor der Entstehung durchgeführt haben, zahlt das Gebäude genau auf die Bedürfnisse der Menschen ein, die hier arbeiten“, sagt Dr. Oliver Steinki. Auf sieben Etagen bietet der wie ein Schiff geschwungene Baukörper Raum für über 500 Arbeitsplätze. Die Flächen sind flexibel konzipiert, um für jede Aktivität im Arbeitsalltag die richtige Umgebung zu bieten.

„Unser Ziel war es, Freiräume zu kreieren, so dass wir bei der täglichen Arbeit kreativ werden, uns mit anderen vernetzen und gemeinsam Neues entwickeln können“, so Steinki. Mitarbeiter können wählen, wie und wo sie arbeiten möchten, denn es gibt viele Rückzugsorte wie Lounges, Think Tanks oder Garden Offices. „Unser Arbeitsalltag ist heute von hoher Flexibilität geprägt: wir arbeiten oft projektbasiert und teilweise remote zusammen und wir probieren ständig Neues aus – diese Kultur spiegelt sich hier wider“ konstatiert Dr. Steinki.

Dachgarten des Bürogebäudes “The Ship“ © FOND OF NEW CAMPUS

Bedarfsorientierte Steuerung 

Die großflächige Digitalisierung des Bürobaus sollte maximalen Komfort für die Nutzer bieten und für schnellere Abläufe im Gebäudebetrieb sorgen. Technologische Features lassen das Gebäude mitdenken. So werden unter anderem die Klima- und Lichtverhältnisse in den Räumen bedarfsorientiert gesteuert. „Die Technologie basiert auf zahlreichen Sensoren, die im Gebäude verbaut sind“, sagt Dr. Oliver Steinki.

„Daneben bieten wir den Mitarbeitern eine eigene Gebäude-App, die zum Beispiel Workspace-Buchung, Keyless-Entry und kontaktloses Bezahlen im Restaurant ermöglicht.“ Eine smarte Navigation mit 3D-Ansicht erleichtert die Orientierung innerhalb des Gebäudes. Aufgrund der vollflächigen Vernetzung besitzt der Bürobau ein eigenes, ausfallsicheres Rechenzentrum zur Datenverarbeitung.

Lounge / Restaurant © FOND OF NEW CAMPUS

Ausstattung für hybride Arbeitsmodelle 

„The Ship“ ist seit dem Ende des letzten Jahres im Betrieb, Zu den Nutzern gehören verschiedene Unternehmen und das Start-up Center der Kölner Universität. Nach dem Lockdown während der Corona-Pandemie, als die meisten Mitarbeiter im Homeoffice arbeiteten, beziehen nun viele wieder ihre Arbeitsplätze. „Mit Corona haben sich zum Beispiel hybride Arbeitsmodelle etabliert, die sicherlich auch in Zukunft Bestand haben werden“, kommentiert Dr. Oliver Steinki die aktuelle Situation.

„Dass wir hier im Gebäude schon perfekt ausgestattet waren, hat uns enorm geholfen einige der großen Herausforderungen der Pandemie als Team zu bewältigen.“ Mit Blick auf die Zukunft sieht er eine veränderte Wahrnehmung der Arbeitsumgebung: „Das Büro wird künftig nicht mehr nur ein physischer Ort sein, an dem man arbeitet, sondern vielmehr ein Ort, der die Kultur, Werte und Visionen eines Unternehmens symbolisiert – sowohl für Mitarbeiter als auch für Gäste.“ 

Neues Projekt mit neuen Features 

Nach den Erfahrungen mit „The Ship“ wird auf der gegenüberliegenden Seite gerade ein weiteres volldigitalisiertes Gebäude gebaut. Als sogenannter Human-Centric-Bürobau soll das „Vorum“ 2024 in Betrieb gehen. „Hier setzen wir nochmal eins drauf“, so Dr. Oliver Steinki, „alle mit dem Bau verbundenen Entscheidungen betreffen das Wohlbefinden der Menschen, die hier arbeiten werden – konzipiert mit den neuesten smarten Features“.

Auch der aktuellen Entwicklung wird bei dem ambitionierten Projekt Rechnung getragen: „Selbstverständlich ist auch eine moderne Luftfilteranlage geplant, denn eine der wichtigsten neuen Anforderungen an Büroimmobilien wird die gesundheitliche Sicherheit am Arbeitsplatz sein.“ 

Autor: Broekman+Partner

Kommentare (1)
07:44 | 21.10.2021
Sehr interessant! Welche Luftfilteranlage wird für die individuelle Be- und Entlüftung eines einzelnen Arbeitsplatzes sowie der gemeinsamen Aufenthaltsorte in dem "Vorum" geplant?