15. Sep 2020

Furnier im Trend und Trendfurnier

Das Image von Furnier hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Wir geben Einblicke in aktuelle Trends und Innovationen in Bereich Furnier.

Früher galt Furnier vor allem bei Möbeln als minderwertig gegenüber Massivholz. Das ist heute nicht mehr so, denn die Konkurrenz im Angebot hat sich geändert: Die meisten Schränke, Kommoden und Modulmöbel sind heute aus Holzwerkstoffplatten mit Folienüberzug. Diese können aussehen wie Holz oder Lack, sind aber foliert und damit nicht besonders ökologisch.  

Solche Möbel sind am Ende ihres Lebenszyklus nicht sortenrein in ihre Bestandteile trennbar und damit nicht recyclebar. Anders bei Möbeln mit Furnieroberfläche. Furnier ist als echtes Holz ein Qualitätsprodukt besonderer ökologischer Güte.

Ein dicker Holzstamm wird für die Furnierherstellung dünn geschnitten und es entstehen viele Quadratmeter Echtholzoberfläche, die dann auf Holzwerkstoffplatten aufgebracht werden. Am Ende ihrer Gebrauchsphase können diese Möbel sortenrein getrennt, recycelt oder sogar kompostiert werden. Damit ist Furnier das dünnste Massivholz der Welt.  

Auch Lampen können aus Furnier hergestellt werden.  © IFN

Furnier im Trend  

Immer mehr Endkunden bevorzugen natürliche Werkstoffe, denn der ökologische Fingerabdruck von Produkten wird zunehmend hinterfragt. Der hohe mediale Stellenwert der Corona-Pandemie ist nur eine scheinbare Ablenkung von dieser Thematik. Ganz im Gegenteil hat Corona sogar so manche ökologische Fragestellung, wie etwa die Sinnhaftigkeit von Flugreisen zu Meetings oder auch die scheußlichen Produktionsbedingungen in der Fleischindustrie, noch verschärft.
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Den Menschen geht es immer mehr darum, Produkte zu kaufen, die aus nachwachsenden Naturmaterialen sind und bei denen weniger oder kein toxisches Material im Produktionsprozess freigesetzt wird. Und darum, weniger energieintensive Produkte zu kaufen und geringere Müllmengen zu verantworten. So gewinnt der traditionsreiche Werkstoff Furnier an Attraktivität, denn Furnier ist ein authentisches, natürliches und ökologisches Material.

Klassisch wird Furnier als Oberflächenmaterial im Möbelbau und im Innenausbau verwendet. Doch auch im Lifestylebereich gibt es immer mehr Produkte wie Brillengestelle, Handtaschen, Lampenschirme, Mousepads, Smart-Phone-Hüllen, Hotelzimmer-, Bank und Kundenkarten oder Geschirr und Besteck aus Furnier. Furnier liegt absolut im Trend. 

NUO in der Holzart Nussbaum (Gravur T1L) | © NUO, Karlsruhe

Trendfurniere 

Beliebt sind gebürstete, sägeraue, faserraue, wellig gehobelte und gehackte Optiken – gerne auch nach Kundenvorgabe individuell bedruckt. Bei den Druckfarben für Furnier punkten immer mehr ökologische Farbstoffe aus Naturmaterialien. So kommen zur Oberflächenfärbung von Furnier vermehrt pulverisierte Gräser und Kräuter, bunte Blütenfasern, farbige Wurzeln, zerriebene Steine und beispielsweise Holzkohle zum Einsatz. Holzkohle macht Furnier dunkelgrau bis schwarz. Schwarz ist eine Farbe, die bei Möbeln wieder angesagt ist.

Schwarz ist die unbunteste aller Farben und an ihr scheiden sich daher auch die Geister. Ungefähr die Hälfte aller Einrichtungsexperten empfinden Schwarz als dezent und elegant. Die andere Hälfte der Innenarchitekten halten Schwarz für aufdringlich, dominant und bisweilen trist.

Fakt ist, dass schwarze Möbel und Einrichtungsgegenstände unauffällig wirken, nicht als störend wahrgenommen werden und den Raum nicht beengen. Sie lassen ihn eher unendlich weit wie einen Nachthimmel erscheinen. Schwarze Möbel und Einrichtungsgegenstände lassen sich außerdem gut mit allen bunten Farben, gemusterten Bezugsstoffen auf Polstermöbeln oder Vorhängen kombinieren.

Neben dem Färben mit Naturmaterialien sind im schwarzen Farbspektrum auch sogenannte Ascheichenfurniere beliebt. Hier werden die Furnieroberflächen mit echtem Feuer angekokelt, wodurch sie Schwarz und wie verbrannt aussehen. Anschließend wird die Oberfläche konserviert, so dass sie abriebfest wird.  

NUO in der Holzart Fineline gefärbt (Gravur T4) | © NUO, Karlsruhe

Nicht durch seine Farbgebung, sondern durch seine traditionelle aber heute industriell und damit wirtschaftlich machbare Zusammenstellung, kommt ein neuer Trend zu geometrisch angeordneten Furnieroberflächen. Die mathematisch exakt aufeinander abgestimmten unterschiedlichen Furnierfliesen werden zu immer neuen Flächendesigns kombiniert. Es entstehen überraschende Gestaltungsmöglichkeiten für Boden, Wand und Decke, aber auch für Möbelstücke, in der handwerklichen Deckorationstechnik der Intarsie.  

Eine weitere Innovation verwandelt Furnier in ein noch nie dagewesenes dynamisches Naturmaterial mit unglaublicher Weichheit. Dieses mikro-perforierte Furnier ist am ehesten mit fein gewebter elastischer Naturfaser zu vergleichen. Das weiche Holz eignet sich für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. In der Innenarchitektur für Schallschutzelemente oder als Bezugsstoff für Polstermöbel, im Lifestylebereich als veganer Lederersatz für Schuhe, Handtaschen und Kleidung.  

All diese Trends zeigen die Innovationskraft unserer traditionsreichen Furnierwirtschaft und ihren Willen der Zukunft erfolgreich zu begegnen. Viele dieser Innovationen und weiteren Ideen werden die Mitglieder unserer Initiative Furnier + Natur (IFN) auf der interzum 2021 in Köln als Exponate für die anreisenden Besucher und digital für die anderen weltweiten Interessenten präsentieren. Vorher zeigt die IFN auf ihrem Informationsstand auf der imm cologne im Januar 2021 schon einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen Möglichkeiten von und mit Furnier. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

Ansprechpartner
Porträt von Ursula Geismann
Ursula Geismann standard.toggle-bookmark Öffentlichkeitsarbeit
Initiative Furnier + Natur e.V. (IFN)
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