10. Apr 2019

Die Generation Z ist da!

Noch nie gab es eine Generation, die über alle Grenzen und Medien hinweg so verbunden, gut informiert und offen für persönliche wie gesellschaftspolitische Entwicklungen war. Die Mitglieder der Generation Z – oder GenZ genannt – sind grob zwischen 1995 und 2015 geboren, leben in einem „globalen Dorf“, sind sich in vielem sehr ähnlich und vor allem sind sie die Kunden von morgen. Ein globaler Blick auf diese Zielgruppe, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in verschiedenen Märkten zu beleuchten.

In den Industrieländern wächst die erste Generation heran, denen Handys, Internet und Social Media quasi in die Wiege gelegt wurden. Entsprechend gleichen sich die jungen Menschen in vielem: Für sie ist der schnelle Zugriff auf Informationen selbstverständlich und sie haben eine beeindruckende Kompetenz in der Recherche und Kombination vieler Medien und Inhalte. Der Unterschied liegt in den Erfahrungen. So erleben viele in Europa und Amerika die aktuelle Zeit als eine Phase der Verunsicherung.

Diese Erfahrungen machen die Generation Z fast überall pragmatischer, bereiter auf Sicherheit im Job und auf Ersparnisse zu setzen, als die beiden Generationen davor, die – in Sicherheit und Wohlstand aufgewachsen – auf die Erfüllung ihrer Träume setzten. Das tun heute nur noch die Jungen in China. Bei ihnen kam die Finanzkrise bisher nicht so an und ihre Eltern wurden immer wohlhabender und bereiter, die meist einzeln aufwachsenden Kinder zu verwöhnen. Chinas Jugend gibt damit rund drei Mal so viel aus wie Jugendliche in Deutschland, Großbritannien, Frankreich oder in den USA.

Konsumverhalten der GenZ in internationalen Studien

Oben genannte Zahlen finden Sie in der Studie „A Generation without borders“ von OC&C. Sie befragten weltweit 15.500 Menschen aus vier Generationen zu ihrem Konsumverhalten. Ihr Fazit: Die nachwachsende Generation legt bei Kaufentscheidungen mehr Wert auf Stil, Produktpräsentationen und Nachhaltigkeitsaspekte als auf Preis und Qualität. Dabei spielen Informationen, die sie über Social Media und Freunde bekommen, eine sehr große Rolle.

Das gilt auch für Brasilien. Laut einer Studie von McKinsey sind die GenZ-ler immer miteinander verbunden, verarbeiten beispiellose Mengen an Informationen und vernetzen sich mit Menschen unterschiedlicher Herkunft. Sie interessieren sich mehr als frühere Generationen für Menschenrechte, Diversität und Gleichberechtigung.

Letzteres gilt auch für die USA. Laut einer Studie des Marketing-Unternehmens Ypulse, sind bei Jugendlichen die Unternehmen besonders beliebt, die Themen wie soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Toleranz positiv besetzen. Über Facebook, Instagram und Snapchat erreichen sie die Jugendlichen und die Stories verbreiten sich, wenn sie gut gemacht sind, rasend schnell und führen die Jugendlichen direkt in Shops: Fast fast zwei Drittel der von Ypulse befragten jungen Menschen bevorzugt den Einkauf im Laden.

Das bedeuten die Studienergebnisse für Sie als Unternehmer

Werte sind mehr wert: Überprüfen Sie Ihre ethischen Standards, auch die Ihrer Zulieferer. Findet die GenZ eine Schwachstelle, verbreiten sie diese ungefiltert über alle Medien und Ländergrenzen hinweg. So erklärten 83 Prozent der von McKinsey Befragten, dass sie keine Marken kaufen und Unternehmen an den Online-Pranger stellen, die frauenfeindlich, rassistisch oder homophob sind.

Seien Sie transparent und authentisch: Eine Studie der Hochschule Macromedia belegt für Deutschland, dass sich die GenZ ebenso gerne informiert wie unterhält. Dabei ist ihr der Wahrheitsgehalt wichtiger als älteren Studienteilnehmern. Wenn sie bei Unternehmen auf Widersprüche stoßen, verbreiten sie diese schnell in ihren Netzwerken. Die gute Nachricht: So streng die GenZ Fehler bewertet, so großzügig verzeiht sie auch – vorausgesetzt, Unternehmen klären diese offen auf und machen es anschließend besser.

Spread the word: Laut einer Studie des Marketingunternehmens Criteo „navigiert“ die Generation Z in der Welt „mithilfe ihres Smartphones; sie trifft keine Kaufentscheidung, ohne sich zuvor mit ihrem Netzwerk von Freunden zu beraten – online und offline.“ Dabei vertraut sie auch Prominenten. Celebrity und Influencer Marketing sowie Social-Media-Stories werden entsprechend immer wichtiger.

So erreichen Sie die Generation Z: Übers Handy – laut Criteo nutzen weltweit 59 Prozent der Jugendlichen Facebook, 49 Prozent Instagram und 43 Prozent Snapchat – und über Ihre Webseite sowie eigene Apps. Alle Studien kommen zum Schluss, dass GenZ sich direkt auf den Seiten der Anbieter informiert und diese mehr Einfluss auf sie haben als Fernsehwerbung oder Online-Ads und fast den gleichen wie Social Media.

Shoppen als Erlebnis: Laden Sie die GenZ über Ads und Apps mit Rabatten, Limited Editions, außergewöhnlichen Angeboten oder Events ein. Criteo schreibt: „Zwar ist das Smartphone die Fernbedienung für ihr Leben, doch ihre Sehnsucht gilt einer Welt jenseits des Bildschirms. Sie sind deutlich taktiler orientiert als frühere Generationen: Sie wollen die Welt (und damit auch Produkte) persönlich erfahren.“

Der Aufwand lohnt sich: Weltweit betrachtet wird die GenZ sehr bald schon zur größten Käufergeneration. Bereits jetzt gibt sie laut Criteo zwischen 29 und 143 Milliarden US-Dollar aus, ist offen für Neues, sucht nach Inspirationen im Netz und Einkaufserlebnissen vor Ort – und ist damit Ihre ideale Kundschaft.

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Weitere Artikel
Alle zeigen