01. Dez 2020

Grenzen zwischen Bad und Wohnraum schwinden

Von der Nasszelle zur Wellnessoase – Badezimmer werden größer, wohnlicher und individueller. Dieser langjährige Trend führt dazu, dass immer mehr Hersteller Möbel für Bäder entwickeln, die ebenso in Küche oder Wohnzimmer passen – oder umgekehrt.

„Ob farbige Tapeten oder Fliesen: Schon für die Grundausstattung geben Kunden immer mehr Geld aus. Denn im Bad können die Menschen mal so richtig die Seele baumeln lassen und den Alltag vergessen“, berichtet das Handelsmagazin Trend & Style. „Ausgiebiges Duschen, Peeling oder Wellness sind in den eigenen vier Wänden angesagter denn je.“  

Das wird sich auch mit einem (lang ersehnten und irgendwann eintretenden) Ende der Covid-19-Pandemie-Problematik nicht ändern, denn der Trend ist nicht neu: „Gerade bei der Badeinrichtung beobachten wir in den vergangenen Jahren einen starken Trend zur Individualisierung“, erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). 

„Weil sich das Bad häufiger zu den angrenzenden Wohnräumen öffnet, sind Möbel nicht mehr nur einfache Stauräume, in denen sich bei unerwartetem Besuch alles schnell verstecken lässt. Vielmehr sind sie immer häufiger an der Gestaltung beteiligt und aufgrund intelligenter Innenausstattungen selbst stets gut aufgeräumt.“ 

Herrscht Ordnung im Paradies, kann die Seele besser baumeln. Für alle Stauraum-Lösungen gilt, potenzielles Chaos in ästhetische Bahnen zu lenken, ohne jedoch das Bad einzuengen. Leicht anmutende Schrankmöbel von Burgbad leisten genau das. © Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / © Burgbad

Große Marken, große Erfolge 

Die Redakteurinnen und Redakteure von Trend & Style beobachten, dass viele große Unternehmen den Trend zum wohnlichen Bad aufgreifen. Marken wie Villeroy & Boch entwickeln zunehmend Waschbecken, Toiletten oder Badeschränke als Designprodukte, die durch Farbe und Material punkten. Duravit entwickelt zusammen mit Star-Designer Philippe Starck eine eigene schicke Bad-Kollektion und viele andere Unternehmen kommen mit Accessoires und außergewöhnlichen Möbeln für die Gestaltung von Bädern auf den Markt. 

Auch ambista-Mitglieder wie Burgbad und Emco Bad profitieren von der Nachfrage nach individuellen Badezimmer-Einrichtungen. Das deutsche Unternehmen Burgbad hat sich seit mehr als über 70 Jahren seines Bestehens als Badmöbelspezialist und Marktführer für individuelle Lösungen im Premiumbereich etabliert. 

Es bestätigt die Entwicklung, dass sich die Grenzen zwischen Bad und Wohnen weiter auflösen und entwickelt entsprechend spezifische Badprodukte weiter, sei es durch die Ausstattung eines klassischen Spiegelschrankprogramms mit innovativen Lichtkonzept oder durch die Neuinterpretation des Badens durch eine patentierte Liegeposition einer neuen Badewanne.  

2020 hat Burgbad ein aufsehenerregendes Möbelprogramm auf den Markt gebracht, eine Design-Welt aus Glas und Farbe. „rgb“ lautet der Name des modularen Systems, mit dem sich aus wenigen Elementen eine ganze Reihe unterschiedlichster Anwendungen – vom Wohnzimmer-Regal über die Flur-Garderobe oder das Küchenmodul bis hin zum Badezimmer-Waschtisch – zusammenstellen lässt. So rückt Burgbad auch in den Aufmerksamkeitsbereich neuer Zielgruppen. „Wir sind nun mal ein Möbler – das ist unsere Kernkompetenz. Dass wir uns auf das Bad spezialisiert haben, heißt ja nicht, dass wir uns nicht auch für andere Interior Design-relevante Märkte interessieren“, erklärt Burgbad-Vorstand Jörg Loew.

Vor allem junge und ältere Menschen renovieren ihre Bäder 

Laut einer Forsa-Studie haben seit 2012 insgesamt 17 Prozent aller Bundesbürger ihr Bad entweder komplett (12 Prozent) oder teilweise (5 Prozent) renoviert. Dabei renovieren junge und ältere Menschen ihre Badezimmer öfter als die Altersgruppe zwischen 30 und 44 Jahren: 18 Prozent der unter 30-Jährigen investieren Zeit, Geld und Arbeit in ihr Bad, ebenso wie 18 Prozent der 60-Plus-Generation. 

Ende 2018 legte der Fachschriften-Verlag die Resultate einer Studie vor, die nach eigenen Angaben die „umfangreichste Untersuchung in der Zielgruppe der privaten Bauherren und Renovierer“ ist. Sie erstreckt sich auf über neun Millionen Eigenheimbesitzer in Deutschland, die bis 2020 in ihren Immobilien (größere) Renovierungen planen. 

Die wichtigsten Motive für eine Instandsetzung sind laut Erhebung der Wunsch nach einer Verbesserung der Wohnqualität (80 Prozent), die optische Aufwertung (75 Prozent) sowie der Werterhalt oder -zuwachs (73 Prozent). Den barrierefreien, altersgerechten Umbau gaben 49 Prozent als Grund an – acht Prozentpunkte mehr als 2016.  

Im Ausstattungssektor behauptete das Bad in der Studie mit 38 Prozent klar seine Position als Investitionsfavorit. Trotz eines Zuwachses auf 27 Prozent musste sich die Küche mit Rang zwei begnügen. Mit Rollläden beziehungsweise Jalousien (20 Prozent) und Innentüren (19 Prozent) brachten es die Nächstplatzierten nur etwa auf die Hälfte der Bad-Quote. Jens J. Wischmann vom VDS sieht darin eine Bestätigung: „Dieses eindrucksvolle Votum (bestätigt) erneut die hohe Relevanz des Bades für das persönliche Wohlbefinden der Menschen“.

Sich dem Badtrend zu öffnen, kann sich also lohnen, denn immer Menschen passen ihre Badezimmer ihren persönlichen Bedürfnissen an. Und fast die Hälfte aller Deutschen haben ein separates WC neben dem Badezimmer. Wenn sie alle ihre sanitären Räume mehr stylen und gemütlich einrichten wollen, steckt darin viel Potenzial für die Möbelbranche.

Wer sich entschieden hat, 2020 zum Schutz vor Viren und deren Ausbreitung mehr Zeit und Urlaube im eigenen Land zu verbringen, kann das im heimischen Bad tun und mit Mitbringseln aus aller Welt von fernen Orten träumen. © Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / © Burgbad 

Technische Anforderungen an die neuen Alleskönner 

Möbel im Bad sind Feuchtigkeit und Wasserdampf ausgesetzt und bedürfen deshalb robuster und pflegeleichter Oberflächen, die diesen gewachsen sind. Gleiches gilt für Schubladen und ihre Einsätze. Auch hier sind Sicherheit gegen Luftfeuchte und Korrosion geboten. Ebenso müssen Spiegel und Accessoires gegen Feuchtigkeit mit versiegelten Kanten geschützt werden, raten die Profis des VDS in ihrem Blog gutesbad.de

Für Scharniere empfehlen sie eloxiertes Aluminium, das einen entscheidenden Einfluss auf Funktion und Lebensdauer des Möbels hat, sowie eine exakte Justierung. Nur so hängen auch nach Jahren Möbel nicht durch, Türen passen weiterhin zum Korpus und Schubladen lassen sich selbst im schweren, gefüllten Zustand leicht und bündig schließen. Dazu tragen auch stabile Eckverbindungen, solide beschichtete Einlegeböden und bündig eingelassene Führungsschienen bei. 

Ein wichtiges Detail, das bei Bad-Renovierenden immer gut ankommt, sind Beine und Sockel, mit denen sich Bodenunebenheiten ausgleichen und Höhen an die Körpergrößen der Bad-Nutzer/innen anpassen lassen. Individualität ist auf allen Ebenen das Gebot der Stunde und wie es aussieht der kommenden Jahre.  

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