29. Okt 2020

Homeoffice – neue Vorgaben und Chancen

Das Thema Home-Office hat mit der Corona-Pandemie eine neue Dynamik bekommen. „Remote Working“ stand zwar vorher schon bei vielen Unternehmen auf der To-Do-Liste, war aber eher die Ausnahme. Das hat sich spätestens seit dem Lockdown geändert.

Dabei sind die Debatten um flexible Arbeitsmodelle nicht neu – bereits Anfang 2019 gab es in Deutschland Vorschläge für ein Recht auf Heimarbeit. Auf dieser Grundlage hat der Bundesarbeitsminister nun den Entwurf für ein „Mobile-Arbeit-Gesetz“ vorgelegt: Künftig sollen Büroarbeiter einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr haben. 

Definition nicht eindeutig 

Der neue Gesetzentwurf soll eine Lücke schließen, denn ein generelles Recht auf Home-Office gibt es hierzulande nicht. Selbst die Definition dieses Arbeitsmodells ist oft nicht eindeutig. Mal ist von Homeoffice, mal von Telearbeit oder e-Work die Rede.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen der häuslichen Bürotätigkeit unterschieden. Bei ersterer wird sowohl von zuhause aus als auch im Unternehmen gearbeitet. Im zweiten Fall erfolgt die Arbeit ausschließlich von zuhause aus. Dabei kann die Ausstattung des Arbeitsplatzes mit dem Arbeitgeber vertraglich vereinbart werden. 

Agile-Paket für das Homeoffice von Brunner © Brunner GmbH

Jeder zweite arbeitet mobil 

Schon länger führt die zunehmende Digitalisierung dazu, dass auch mobile Arbeitsformen zunehmen. Der IT-Verband Bitkom hat Mitte März 2020 eine Befragung hierzu unter Berufstätigen in Deutschland gestartet. Fast jeder zweite gab an, ganz oder zumindest teilweise mobil zu arbeiten.

Laut einer ebenfalls von Bitkom durchgeführten Umfrage vom September haben gut vier von zehn Unternehmen hierzulande Leitlinien für die Arbeit aus dem Homeoffice erstellt, davon 20 Prozent schon vor dem Ausbruch der Pandemie. Weitere 37 Prozent planen oder diskutieren solche Leitlinien. Auch von den Start-ups in Deutschland setzt eine große Mehrheit auf Homeoffice und mobiles Arbeiten. 

Secretaire Home von Sedus Stoll © Sedus Stoll AG

Gesetzliche Vorgaben in anderen Ländern 

Während in Deutschland noch über gesetzliche Vorgaben verhandelt wird, sind andere Länder schon weiter. Arbeitnehmer in den Niederlanden haben bereits seit 2016 einen Rechtsanspruch auf Heimarbeit. Auch in anderen EU-Mitgliedstaaten wie Polen, Portugal oder Ungarn existieren gesetzliche Regelungen zum Home-Office.

In Ländern wie Großbritannien fehlen zwar solche Vorgaben, dennoch arbeiten hier annähernd 50 Prozent der Menschen zumindest zeitweise von zu Hause aus – so hat es das Amt für nationale Statistiken im April festgestellt. Andere Länder stellt das Thema dagegen vor eine völlig neue Situation. Laut einer von der Banco de España veröffentlichten Studie aus dem letzten Jahr haben in Spanien nur 8,3 Prozent der Beschäftigten gelegentlich von zuhause gearbeitet – eine Situation, die sich mit der Pandemie dramatisch geändert haben dürfte.

Stuhl Jima Highback von Artifort © Artifort

Neues Betätigungsfeld für die Bürobranche 

Dass trotz der Vorteile mobiler Arbeit viele dennoch lieber ins Büro gehen, liegt häufig an der mangelhaften Ausstattung. So eignet sich der Küchentisch nur bedingt als Arbeitsplatz. Für Anbieter von Büromöbeln und -technik bietet sich hier ein neues oder zusätzliches Betätigungsfeld. Gefragt sind flexible räumliche Lösungen für das Home-Office mit vielseitigen Möbeln, die sowohl funktionalen als auch wohnliche Ansprüchen genügen.

Anforderungen für Sicherheit, Beleuchtung und Akustik müssen beim Heimarbeitsplatz ebenso berücksichtigt werden wie ergonomische Aspekte. Auch für die technische Ausstattung werden Lösungen benötigt, die sich an die Wohnumgebung anpassen. 

Home-Office ist nicht mehr nur ein Trend, sondern für viele Realität – und das wird sie wohl auf lange Sicht bleiben. Hierzu trägt nicht nur die Pandemie, sondern auch das zunehmende Bedürfnis nach selbstbestimmtem Arbeiten bei. Immer mehr Menschen möchten entscheiden können, wie und wo sie arbeiten. Alle Maßnahmen, die Unternehmen jetzt für die Verbesserung der Heimarbeitsplätze umsetzen, sind daher Investitionen in die Zukunft.

Autor: Broekman+Partner

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Weitere Artikel
Alle zeigen