IKEA: Die Zukunft gehört dem E-Commerce

Lange Zeit galt IKEA als Digitalverweigerer, nun wandelt sich der schwedische Möbelriese zum „Tech-Konzern“ und stoppt die Expansion seiner klassischen Möbelhäuser.

14. Aug 2018

Das letzte Möbelhaus in Karlsruhe wird noch fertig gebaut, danach ist das Flächenwachstum auf der grünen Wiese vorbei. Statt auf weitere Standardhäuser setzt IKEA in Zukunft auf kleine, gut erreichbare Innenstadtfilialen und investiert in Verteilzentren für eine schnelle Lieferung sowie den Ausbau des E-Commerce-Bereichs.

Keine weitere Expansion der Standardhäuser

Gegenüber der Tageszeitung „Welt“ sagte der neue IKEA-Deutschland-Chef Dennis Balslev kürzlich im Interview: „Die Zeit der großen Möbel-Paläste am Standrand ist vorbei. Online ist mein großes Thema.“ Aus diesem Grund hat Balslev auch sämtliche Ausbau- und Expansionspläne gestoppt.

Denn bereits seit Jahren seien die Gästezahlen insbesondere in den großen Städten rückläufig. Gleichzeitig würden die Online-Bestellungen stark zunehmen. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird“, so Balslev weiter. „Also verändern wir unseren Fokus und investieren massiv in den Ausbau des Internethandels. Denn das ist die Zukunft, da haben wir keinen Zweifel.“

Online-Geschäft soll stark wachsen

Aktuell erwirtschaftet IKEA in Deutschland zwar nur etwa sechs Prozent seines Umsatzes im E-Commerce, doch bereits mittelfristig soll dieser Anteil laut Balslev auf 25 bis 30 Prozent steigen. Daher arbeite IKEA auch an der Optimierung der eigenen Homepage. Dabei wolle man sich insbesondere auf den Einkauf via Smartphone einstellen.    

Auch neue Apps werden derzeit entwickelt, beispielsweise zum Thema Augmented Reality. Zudem ist Instagram ein Thema, denn in dem sozialen Netzwerk will der Möbelkonzern bald Wohnbeispiele präsentieren.

Investitionen in neue Verteilzentren

Bis zu 400 Millionen Euro sollen außerdem in neue Verteilzentren fließen, um die Auslieferung von Online-Bestellungen zu beschleunigen. Künftig will IKEA innerhalb von drei Stunden liefern, spätestens jedoch am nächsten Tag. Bislang müssen Kunden fünf bis sechs Tage auf ihre Online-Bestellung warten.

Darüber hinaus drängt IKEA auch in die Innenstädte. Dabei seien neben Großimmobilien auch kleine Verkaufspunkte denkbar, beispielsweise in Einkaufszentren oder Warenhäusern. Mit Showrooms und Pop-Up-Stores in Madrid, Stockholm und Kopenhagen wird derzeit die Resonanz der Kunden getestet. Schon jetzt seien die Ergebnisse vielversprechend.

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