19. Jun 2018

Individualisierung steigert den Umsatz

Der Megatrend Individualisierung bietet viel Potenzial: Bei Kunden stehen flexible und personalisierte Möbel hoch im Kurs. Durch kompetente Beratung und digitale Ausstattung profitieren Händler davon.

Moderne gesellschaftliche Anforderungen prägen die aktuellen Megatrends in der Möbelbranche. Neben der Digitalisierung spielt das Thema Individualisierung weiterhin eine tragende Rolle. In unserer digitalisierten und globalisierten Welt wird der Wunsch nach Individualität immer stärker: Sich von der breiten Masse zu unterscheiden, steht im Mittelpunkt des Verbraucherinteresses in Deutschland. Für den Handel bedeutet diese Entwicklung ein deutliches Absatz-Plus an flexiblen und individuellen Möbelstücken. Zur Verstärkung des Trends trägt bei, dass die Zahl der Einpersonen-Haushalte nach wie vor im Aufwärtstrend ist. Dies birgt Potential für weiteres Umsatzwachstum bei individualisierbaren Einrichtungsgegenständen, wie die aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zur Deutschen Möbelbranche belegt. Hohe Ansprüche an Qualität und Design stehen demnach im Fokus der Single-Haushalte. Und nicht nur bei ihnen.

Einzigartige Kauferlebnisse schaffen

Das aktive Gestalten des eigenen Lebensstils ist mit großen Erwartungen an die Wohnungs-Ausstattung verbunden, wovon der Möbelmarkt profitiert. So ergibt die Untersuchung von PricewaterCoopers, dass der Anteil der Möbel im Hochpreissegment von 1980 bis 2020 um über 48 Prozent angestiegen sein wird. Der lukrative Trend zur Individualisierung zeigt sich vor allem bei Möbeln, die der Verbraucher selbst mitdesignen kann. Digitale Technologien machen es ihm möglich, per Mausklick personalisierte Einrichtungsgegenstände selbst zu entwerfen und in Auftrag zu geben – wie beispielsweise Regale aus dem „Flex“ Programm von Piure. Per Konfigurator kann der Kunde auf der Website des Systemherstellers Regalelemente mit Boxen kombinieren, Höhen und Tiefen selbst bestimmen und so sein Wunschregal direkt am Bildschirm entwerfen. Bei den Wittmann Möbelwerkstätten kreiert man ein einzigartiges Bett selbst, das anschließend in Handarbeit gefertigt wird. Der Kunde hat die Wahl zwischen verschiedensten Basen, Einsätzen, Matratzen und Kopfhäuptern in zahlreichen Stoffen und Farbvarianten. Entscheidend für die Beliebtheit solcher individualisierten Möbel ist das emotionale Erlebnis beim Mitgestalten, denn es trägt zur besonderen Wertschätzung des Produkts bei.

Individuelle Beratung als Chance

Für den Handel ist der Trend zur Individualisierung Herausforderung und Chance zugleich. Gerade beim Möbelkauf informieren sich Endverbraucher gerne im Internet, bevor sie sich im Fachgeschäft persönlich von der Qualität eines Produkts überzeugen. Hier kann der stationäre Handel mit Fachwissen und individueller Beratung punkten – von der maßgeschneiderten Küchenausstattung bis zur idealen Badezimmerarmatur oder einem speziell angefertigten Sitzmöbel. Im Idealfall verfügt der Berater über Kundendaten und weiß schon, auf was der Käufer Wert legt. Eine weitergehende PwC-Studie zum Thema stationärer Handel stellt heraus, dass Konsumenten sich vor allem eine Verbesserung der digitalen Services in den Geschäften wünschen. Ein Drittel der Konsumenten möchte demnach Produkte auf einem Bildschirm im Geschäft ansehen und bestellen. Sinnvoll für den Händler ist es daher, verstärkt digitale Technologien wie Virtual Reality einzusetzen und die technische Ausstattung seiner Mitarbeiter auf den neuesten Stand zu bringen, um eine personalisierte Beratung zu ermöglichen. Nur so können individuelle Einkaufserlebnisse geschaffen, die Kundenbindung intensiviert und Mehrumsätze erzielt werden.

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