15. Apr 2019

Indoor Garden: Zuhaus ernten

Smart Gardening und Vertical Farming vereinen zwei große Trends: das Thema Smart Home und der Wunsch, sich gesund zu ernähren. Auch ohne eigenen Garten oder Balkon wollen viele wissen, wo das Gemüse, Obst und die Kräuter herkommen, die auf dem Speiseplan stehen. Es gibt viele Möglichkeiten für den smarten Indoor-Garten – wir haben vier Varianten näher betrachtet.

Smart Gardening und Vertical Farming

Im Bereich Indoor-Garten sind intelligente Zusatzfunktionen seit einigen Jahren am Markt. Nicht nur etablierte Unternehmen bieten Lösungen für den Anbau von frischem Obst und Gemüse in den eigenen vier Wänden an. Auch junge Unternehmen erkennen das Potential und entwickeln neue Ideen – so wie das Start-up OGarden. Mit dem „OGarden Smart“ feierten die Kanadier einen riesigen Kickstarter-Erfolg. Innerhalb weniger Minuten war das Projekt durch Crowdfunding finanziert und „OGarden Smart“ wird nun ab Mitte April Indoor-Gärtnern zur Auslieferung bereitstehen. Das Besondere an dem smarten Garten ist, dass die Pflanzen in eine Art Ring gesetzt werden. Die fertigen Saatpakete finden im Rand dieses Systems Platz. Der Ring dreht sich langsam um eine kostensparende LED-Lichtquelle; im mittleren Bereich befindet sich das automatische Bewässerungssystem. Unter dem Pflanzring sind weitere Stellflächen für junge, noch sprießende Pflanzen integriert, die hier in Ruhe heranwachsen können, bevor sie umgetopft werden.

Ebenfalls noch nicht so lang am Markt ist das Münchner Unternehmen Agrilution, die mit „Plantcube“ das erste smarte Vertical-Farming-System entwickelt haben. Die eingesetzte Technologie aus LED-Beleuchtung, automatisierter Bewässerung und Klimasteuerung sorgt für optimales Wachstum. Um die Wachstumsbedingungen im „Plantcube“ zu optimieren, wird dieser über eine App gesteuert. Die App ist mit der Agrilution-Cloud verbunden und sendet den Wachstumsfortschritt der eingelegten Saatmatten an den Server. Daraufhin wird das individuelle Licht, die Bewässerung und das Klima des „Plantcube“ entsprechend anpasst. Der „Plantcube“ kann frei in einem Raum stehen, oder aber in bestehende Küchen integriert werden. Zudem überzeugt das smarte Gewächshaus auch optisch – es erinnert an einen Weinkühlschrank.

Wasser, Licht und Technik  

Auch Bosch und Click and Grow bieten Lösungen im Bereich Indoor Garden an. Anders als bei dem „Plantcube“ oder dem „OGarden Smart“ ist hier nicht viel Stellfläche nötig für das frische Obst und Gemüse. Die Pflanztöpfe finden ohne Problem ihren Platz auf dem Küchenboard, der Kommode oder dem Küchentisch.  Über vierzig verschiedene Arten von Kräutern, Salaten und essbaren Blüten stehen zur Auswahl. Der „Smart Grow“ von Bosch nutzt hierzu das „hydroponische“ Prinzip: Dabei wachsen die Pflanzen aus kleinen Saatkapseln heraus. Die Kapseln werden einfach in die dafür vorgesehenen Öffnungen gesteckt. Das Gerät kümmert sich völlig selbstständig um die Versorgung der Pflanzen – alle zwei bis vier Wochen müssen lediglich Wasser und Nährstoffe nachgegeben werden. Praktisches Extra: Im sparsamen Urlaubsmodus regelt das mitdenkende Gewächshaus die Wasser- und Lichtzufuhr auf ein Minimum. Im Frühjahr launcht Bosch zudem die passende App zum „Smart Grow“. Damit wird das Gärtnern zu Hause noch ein wenig einfacher.

Ähnlich wie bei Bosch, setzte auch der Hersteller Click and Grow zunächst nur auf kleine Pflanzkästen. Es kann zwischen verschiedenen Größen gewählt werden – bis zu neun Pflanzen finden in dem größten Kasten Platz. Mittlerweile sind dank der Click and Grow „Wall Farm“ ganze Wände zum Vertical Farming nutzbar. Auch hier ist eine Steuerung des Pflanzenwachstums über eine App möglich.

Alle Hersteller versprechen, dass man auch ohne grünen Daumen frische Kräuter und Gemüse mit den smarten Lösungen schnell pflücken kann. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach Indoor-Gartenlösungen kontinuierlich wächst.

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Weitere Artikel
Alle zeigen