27. Jun 2018

Studie „Indoor-Generation“: Leben in Räumen

Wie nehmen wir unsere Lebensweise in Innenräumen wahr? Mit dieser Frage befasst sich die Velux Gruppe in einer Studie mit dem bezeichnenden Titel „Indoor-Generation“. Im Rahmen der Untersuchung befragten die Meinungsforscher des britischen Instituts YouGov Menschen in Nordeuropa und Nordamerika.

Umfragedaten als Grundlage

Mit Wohnen, Arbeiten oder Freizeitbeschäftigungen verbringen wir in unserem Alltag durchschnittlich 90 Prozent der Zeit in Innenräumen. Ein Anlass für die Velux Gruppe, Menschen nach der Wahrnehmung ihres „Indoor-Lebens“ zu befragen. Für die YouGov-Umfrage wurden im Frühjahr 2018 ca. 16.000 Online-Befragungen in 14 Ländern in Europa und Nordamerika durchgeführt. Die Umfragedaten wurden dann in der Studie „Indoor-Generation“ mit vorhandenen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen verknüpft. Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen der physischen Existenz und der natürlichen Umwelt verändert hat.

Unterschiedliche Wahrnehmung

Ein wesentliches Ergebnis der Studie: Die Wahrnehmung der Lebensweise in geschlossenen Räumen ist sehr unterschiedlich. Viele glauben, dass sie weniger Zeit in Gebäuden verbringen als dies eigentlich der Fall ist. Tatsächlich sind es über 21 Stunden und damit mehr als 90 Prozent des Tages. Der Chronobiologe Till Roenneberg berichtet laut der Studie, dass sich ein Angestellter während eines durchschnittlichen Arbeitstages im Schnitt sogar nur 15 Minuten im Freien aufhält. Elektrisches Licht, digitale Geräte und eine 24-Stunden-Gesellschaft entfernen uns dabei zunehmend vom Rhythmus der Natur.

Veränderung des Bewusstseins

„Warum sollte uns das interessieren?“ fragen die Autoren der Studie. Sie fordern, dass sich die Gesellschaft deutlicher der Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität hinsichtlich des modernen Lebensstils bewusst wird. So sollten wir uns stärker mit den Auswirkungen des häuslichen Lebens auf unser Wohlbefinden auseinandersetzen. Ein besseres Verständnis der Art und Weise, wie das moderne Leben die Gesundheit und Physiologie beeinflusst könnte schließlich auch zu einer Verbesserung der Wohn- und Arbeitsumgebung führen.

Umdenken bei der Gestaltung

Neben einem Umdenken bei den Nutzern fordert die Studie auch eine Anpassung architektonischer Konzepte. Wohnhäuser und Büros, in denen die meiste Zeit verbracht wird, sollten mit ausreichend Tageslicht und Frischluft versorgt werden. Auch eine andere Gestaltung des Wohn- und Arbeitsumfelds könnte zu einer erheblichen Steigerung des Wohlbefindens beitragen.

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