15. Aug 2019

Awards als Sprachrohr: Interview mit ambigence

Awards sind in der Einrichtungsbranche umstritten. Einerseits helfen sie unbekannten Marktteilnehmern dabei, mehr Bekanntheit zu erzielen. Andererseits sind Aufwand und Kosten für eine Teilnahme an einem Wettbewerb enorm. Im Interview sprachen wir mit dem Möbel-Startup ambigence über seine Motivation, seine Auswahlkriterien und seine bisherigen Erfolge im Hinblick auf Awards in der Möbelindustrie. 

1.) An wie vielen Wettbewerben nehmen Sie pro Jahr teil beziehungsweise wann haben Sie sich das letzte Mal um einen Award beworben?

Ambigence gibt es erst seit Anfang 2018 – wir sind also noch ganz frisch dabei. Umso stolzer sind wir darauf, dass wir uns in der kurzen Zeit bereits über fünf Awards freuen können. Für unser Konzept „The PANEL is the new fitting“ haben wir den German Design Award 2019 sowie den Iconic Award 2019 gewonnen. 

Auch die beiden integrierten Funktionen, die in Zusammenarbeit mit unseren Netzwerkpartnern entstanden sind, wurden schon ausgezeichnet. Der integrierte Klappenbeschlag „ViZard“ von der Firma Hettich hat den Red Dot Award 2019 und den interzum Award 2019 in der Kategorie „Best of the Best“ erhalten. 

Der integrierte Barfachbeschlag „Unico“ von Effegibrevetti wurde in der Kategorie „High Product Quality“ ebenfalls mit dem interzum Award 2019 ausgezeichnet. Aktuell sind wir wieder im Bewerbungsprozess für einen Designpreis und für einen Innovationspreis.

2.) Nach welchen Kriterien suchen Sie die Wettbewerbe oder Ausschreibungen aus? 

Die Verschmelzung von Design und Technik steht bei uns absolut im Fokus. Als Netzwerkunternehmen ist es unser Ziel, gemeinsam mit anderen Unternehmen Innovationen in der Möbelbranche voranzutreiben und Ideen umzusetzen, die ein Einzelner nicht realisieren kann. 

Wir arbeiten dabei natürlich stark zukunftsorientiert und tüfteln an Produkten, die für den einen oder anderen heute kaum vorstellbar sind. Und genau das spielt auch eine große Rolle im Hinblick auf die Wettbewerbe, an denen wir teilnehmen. Sie müssen innovative Projekte und Produkte fördern und den Blick über den Tellerrand wagen.

3.) Wie viele Preise haben Sie schon gewonnen und worin sehen Sie deren Nutzen für Ihr Unternehmen? 

Wir haben bereits die oben erwähnten Preise gewonnen – den German Design Award, Iconic Award, Red Dot Award und den interzum Award. Innerhalb von 18 Monaten ist das für uns natürlich ein riesiges Lob und gibt uns als Gründern die Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad von ambigence zu erhöhen. 

Für uns dienen die Auszeichnungen als Sprachrohr, mit dem wir der Welt unser Vorhaben verkünden können und mit dem wir Gleichgesinnte finden können. Natürlich wollen wir mit unseren Ideen überraschen, aber gleichzeitig auch Inspirationsquelle für Designer und Möbelhersteller sein.

4.) Was halten Sie von der Kritik an Designpreisen, sie würden mittlerweile zu zahlreich vergeben, seien zu teuer und aufwändig für kleinere Unternehmen? Können Sie diese und eventuell auch andere Kritikpunkte nachvollziehen und was könnte Ihrer Meinung nach Awards für die Möbelbranche besser, wertvoller machen?

Natürlich ist die Teilnahme an Awards – insbesondere im Falle der erhofften Auszeichnung –nicht günstig. Vor allem für kleine Unternehmen oder Start-ups wie uns mag das abschreckend sein. Wie auch in unserem Arbeitsalltag kooperieren wir bei den Auszeichnungen deshalb mit unseren Partnern. 

Ich würde mir wünschen, dass es bei den Awards noch viel mehr darum geht, was gemeinsam erreicht werden kann, als nur um die reine Produktpräsentation eines einzelnen Unternehmens. Letztlich geht es ja auch darum, die gesamte Möbelbranche voran zu bringen und ihre Position im Vergleich mit anderen Branchen zu stärken. Das ist etwas, das wir nur gemeinsam schaffen können und das auch bei Designpreisen entsprechend honoriert werden sollte.

Auch was die Zunahme an Preisvergaben angeht, kann ich die Kritik nachvollziehen. Im Dschungel von Awards wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Wir achten natürlich darauf, dass die von uns ausgewählten Designpreise eine hohe Durchdringung haben und für die Möbelbranche von Bedeutung sind. Die Awards sollten meiner Meinung nach viel mehr genutzt werden, um auch ein Feedback vom Verbraucher einzuholen. 

Natürlich ist es eine Ehre, wenn ein Produkt von einer Fachjury ausgezeichnet wird. Doch was nützt es, wenn das Produkt am Ende vom Endverbraucher nicht akzeptiert wird? Das würde Designpreiseaus meiner Sicht auf jeden Fall noch wertvoller für die Möbelbranche machen.

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Porträt von Nina Thenhausen
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ambigence GmbH & Co. KG
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