Projekt-Insights

KSC meets Münsterland: „Der emotionale Aspekt im Projekt ist riesengroß“

Über Instagram erfuhren wir von einem kleinen Projekt der Möbelmanufaktur Herr Lars mit dem KSC. Christan Büchner hat uns von den Details zwischen Bundesliga und Barhockern berichtet.

12. Jul 2021

Was hat es mit den Hockern, deren Sitzfläche aus einer Sitzschale einer Fußballtribüne besteht, auf sich? 

Vielen Dank für die Einladung zum Interview und freut uns sehr, dass dieses Highlight auch eure Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Ein wirklich schönes Projekt mit ein paar tollen Kundeninnen und Kunden.  

Sie haben in Ihrem Unternehmen spannende neue Kooperationen und Projekte in der Umsetzung? Erzählen Sie uns davon. Wir sichten diese und stellen geeignete Themen gerne hier in unserem Magazin vor. Kontakt Redaktion 

Vor ein paar Wochen erreichte uns eine eher ungewöhnliche Anfrage aus der Fußball-Fanszene. Dauerkartenbesitzer und -besitzerinnen des Karlsruher SC hatten im Zuge von Neubaumaßnahmen am Wildparkstadion die Möglichkeit, ihre Sitzschalen inklusive der heiligen Platznummern vom Verein zu erhalten. Und vier dieser Schalen sollten ihren Weg in unsere Manufaktur im schönen Münsterland finden, um dort ein zweites Leben in Form von Upcycling-Möbelstücken zu bekommen. 

Dieser Herausforderung mussten wir uns natürlich stellen und dafür sorgen, dass der KSC hier siegreich vom Platz geht. Nach einer Beratungsrunde stand fest, dass die Schalen zu Barhockern umfunktioniert werden sollen, die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich genutzt werden können. Ein paar Vorher-/Nachher-Fotos zeigen wir hier gerne.

Vorher © Herr Lars

Nachher © Herr Lars

Normalerweise arbeitet ihr ausschließlich mit Holz, warum habt ihr euch diesmal für ein Plastik-Element entschieden? 

Kunststoff wäre natürlich nicht der Werkstoff unserer Wahl gewesen, wenn es um neue Möbelstücke oder Restaurationen geht – hier setzen wir ausschließlich auf Massivholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. In diesem Upcycling-Fall freuen wir uns aber vielmehr darüber, dass die noch völlig funktionalen Sitzschalen nicht entsorgt, sondern weiterhin verwendet werden. Der Kunststoff hat also eher uns gefunden als wir ihn gesucht.  

Waren dafür neue Techniken oder Materialien nötig? 

Im Prinzip nicht. Die Sitzschalen wurden von den Kundinnen und Kunden gereinigt und uns übergeben. Wir haben dann die vorhandene Vorrichtung zur Montage im Stadion nutzen können, um die Schalen auf die Gestelle zu montieren. Gerne zeigen wir euch hier einmal die ersten Skizzen.

Skizze © Herr Lars

Ihr betreibt viel Kundenkommunikation über Instagram, wie hat Eure „Community“ auf das Projekt reagiert? 

Abgesehen von den fußballerischen Pros und Cons des KSC, kam die Aktion natürlich super an. Die Kundeninnen und Kunden haben hier eine tolle Entscheidung getroffen und bereits vorhandene Materialien in ihrer Form weiter genutzt. Das schont an erster Stelle die Umwelt. Der emotionale Aspekt im Projekt ist natürlich auch riesengroß und wird im Familien- und Freundeskreis für Staunen sorgen. 

Anfang 2020 habt Ihr schon einmal ein Element, das nicht aus Holz war, in ein Produkt integriert: Den Hygieneaufsteller aus Plexiglas für Corona-sicheres Arbeiten. Könnt Ihr kurz berichten, wie Ihr das aufgezogen habt? 

Klar, gerne. Zu Beginn der Episode "Corona" im letzten Jahr wurden wir von lokalen Betrieben, dem Einzelhandel und Schulen angefragt, ob wir eine schnelle Lösung anbieten können, die dazu beiträgt, den Besuchsverkehr aufrecht zu erhalten. Wir haben dann einen Hygieneaufsteller in verschiedenen Größen konzipiert und zunächst lokal vertrieben. 

Die Entscheidung, diese Schutzwände aber auch im Shop anzubieten war dann sehr naheliegend und so wurde unser Hygieneaufsteller zu einem a-typischen Dauergast in unserem Sortiment. Heute werden aber nicht mehr viele verkauft und die Pandemie neigt sich endlich gen Ende. Viel lieber als Hygieneaufsteller verkaufen wir nämlich schöne Massivholzmöbel. 

Ihr vertreibt Eure Produkte D2C in einem eigenen Online-Shop. Könnt Ihr erklären, warum das für Euch der richtige Vertriebskanal ist. 

Unser Anspruch an unsere Produkte ist immens hoch und Gleiches gilt für alle den Verkauf begleitenden Services. Vom Erstkontakt über die Beratung, die Bemusterung, den Versand und Rückfragen zur Pflege möchten wir hier momentan nichts aus der Hand geben. Wir haben auch nicht das Gefühl, dass die Margenstrukturen im stationären Handel zu uns passen und konzentrieren uns auf den Ausbau der eigenen Kanäle.

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