21. Feb 2018

Möbel aus dem 3D-Drucker bieten hohes Potenzial für die Einrichtungsbranche

Nach Branchen wie der Medizintechnik oder der Textilherstellung entdeckt nun auch der Möbelsektor den 3D-Druck für sich. Für Hersteller, die sich dafür entscheiden, Möbel mithilfe von 3D-Druckern zu produzieren, ergeben sich dadurch unzählige Kreationsmöglichkeiten sowie eine größere Flexibilität bei der Materialauswahl.

Schaffung komplexerer Designs

Von Stühlen über Tische bis hin zu Sideboards: Schon heute lassen sich Möbel mit diversen 3D-Druck-Methoden als individuelle Einzelanfertigung oder in Kleinserien herzustellen. Doch welche Vorteile bringt die neue Technologie mit sich? Zunächst einmal können mithilfe des 3D-Drucks komplexere Designs geschaffen werden, als dies mit anderen Verfahren gar nicht oder nur sehr schwer möglich ist. Die additive Fertigung ermöglicht außerdem Strukturen mit inneren Hohlräumen. Zudem lassen sich Materialaufwand und Gewicht deutlich verringern.

Flexiblere Materialauswahl

Da die Produktion computergesteuert über ein CAD-Programm erfolgt, werden außerdem keine zusätzlichen Werkzeuge mehr benötigt. Auch die Flexibilität bei der Materialauswahl ist ein Plus, denn neben Kunststoffen können auch andere zähflüssige Materialien wie beispielweise Beton oder Gips beim 3D-Druck verarbeitet werden. Bei Möbeln, die mittels 3D Druck produziert werden, ist darüber hinaus auch jede erdenkliche Farbgestaltung möglich. Effekte wie beispielsweise Strukturen, Texturen und Farbverläufe werden bei der Produktion direkt erzielt und sind sofort sichtbar.

"Rapid Liquid Printing"

Einziges Manko war bisher die Geschwindigkeit. Denn die aktuell eingesetzten 3D-Drucker arbeiten ausgesprochen langsam und eignen sich somit nicht für den breiten kommerziellen Einsatz. Nun hat ein Forscherteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) jedoch ein 3D-Druckverfahren entwickelt, das bis zu zehnmal schneller ist als herkömmliche 3D-Drucker. Die neue Technologie wurde in Zusammenarbeit mit dem Büroeinrichtungshersteller Steelcase kreiert. Statt Stunden benötigt das so genannte "Rapid Liquid Printing" nur Minuten für die Herstellung von Strukturen. Denn diese werden freischwebend in einem mit Gel gefüllten Container gedruckt.

3D-Technologie als Chance

Ob die Herstellung von Möbeln aus dem 3D-Drucker zukünftig mehr als nur ein Trend sein wird, wird sich zeigen. Unabhängig davon ist eines jedoch sicher: Angst vor dieser neuen Technologie muss die Möbelindustrie nicht haben. Vielmehr sollten Unternehmen der Einrichtungsbranche die 3D-Drucktechnologie als Chance sehen, auf diesen Zug aufzuspringen und von dem Boom zu profitieren. Denn laut einer Prognose des Marktforschungs- und Analyseunternehmen Gartner werden bis zum Jahr 2021 20 Prozent der weltweit 100 führenden Unternehmen für Konsumgüter 3D-Druck bei der Fertigung ihrer Produkte einsetzen.

Auch Ikea setzt auf 3D-Druck

Ganz vorne mit dabei ist übrigens auch der schwedische Möbelkonzern IKEA, der aktuell zur digitalen Aufholjagd bläst. Mit „IKEA IPS 2017“ hat das Unternehmen eine Kollektion von Strickmöbeln auf den Markt gebracht, die per vollautomatisierter 3D-Strickmaschine produziert wurde. Der Branchenprimus plant außerdem, Ersatzteile für alte Produkte mit einem 3D-Drucker herzustellen.

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