11. Nov 2020

Möbelsysteme: Komponenten der Vielfalt

Wenige Bauteile, viele Lösungen: Für Hersteller wie für Nutzer sind Systeme eine ökonomische Art, um aus einem begrenzten Repertoire eine möglichst große Vielfalt zu erzeugen. Ihre Zerlegbarkeit erleichtert nicht nur Lagerhaltung und Transport, sondern ermöglicht es auch, einmal erworbene Systeme zu ergänzen oder neu zu konfigurieren.

Mio von Kettnaker 

Das Kastenmöbelsystem Mio lässt sich als Einzelmöbel oder Kombination gestalten. Blickfang aller Modelle ist eine 32 Millimeter starke Front, die passgenau vor dem auf Gehrung gearbeiteten Korpus sitzt. Es stehen ausgesuchte Farben in Lack matt und Hochglanz sowie hinterlackiertem Glas matt und glänzend zur Auswahl.

Auf Wunsch sind Sonderfarben möglich. Offenporige Edelholzfurniere ergänzen die Materialpalette. Das System ermöglicht viele individuelle Gestaltungsoptionen, bis hin zu asymmetrischer Frontaufteilung. Für Korpusse in denen Multimedia- und Hifi-Geräte verstaut werden sollen, bietet Kettnaker eine spezielle Lösung mit durchdachter Kabelführung an, die zudem für ausreichende Be- und Entlüftung im Korpusinneren sorgt.

Mio Kastenmöbel von Kettnaker © Kettnaker

U-Cube von Movisi (Design: Marine Peyre und Designallianz Trickform) 

Das vielseitige System U-Cube basiert auf einem u-förmigen Grundelement aus einem geschäumten Polypropylen. Es wird durch eine modulare Steckverbindung ohne Werkzeuge zusammengebaut: Wahlweise zu Regal, Raumteiler, Hocker, Sitzbank oder Tisch.

Die Modultiefe von 191 Millimeter ist ausreichend für Bücher und kleinere Gegenstände, um einen Hocker oder eine Sitzbank zu bauen, werden zwei oder mehr Module verbunden. U-Cube gibt es in Schwarz oder Weiß. Das Material des Systems ist sehr leicht, frei von Schadstoffen und für Allergiker geeignet. Die Elemente können vollständig recycelt werden.

Büchersystem U-Cube von Movisi © Movisi

Möbelbausystem von System 180  

Das Team von System180 hat sein modulares Regalsystem zu einem flexiblen Möbelbausystem für agile Arbeitswelten erweitert. Es basiert auf dem im Innenausbau gebräuchlichen Rastermaß von 180 Millimeter und flach gepressten Edelstahlrohren, deren Verbindungen übereinander liegen und mit einer Noppenscheibe stabilisiert werden. Offene Bereiche kann man in Sitzhöhe mit Polsterauflagen ausstatten.

Besondere Möbelelemente wie ein Empfangstresen oder ein Schreibtisch lassen sich integrieren. Ergänzt mit filzbezogenen Rückenverkleidungen sorgt das Möbelsystem für eine verbesserte Raumakustik. Die Systemflächen bestehen aus 16 Millimeter starken, schwarz durchgefärbtem MDF sowie Oberflächen mit unifarbenen Dekoren, die melaminbeschichtet sind. In der Variante mit Echtholzfurnieren werden die Oberflächen beidseitig furniert und mit Holzöl versiegelt.

Regal Fusion von System 180 © System 180

Trio von COR (Design: Team Form AG) 

Das modulare Polstermöbelsystem Trio wurde bereits 1972 von Designern der Schweizer Team Form AG entworfen. Die doppelte Außennaht der Polstermodule verleiht dem Programm einen unverwechselbaren Charakter und steht gleichzeitig für seine hochwertige und aufwändige Verarbeitung.

Die Elemente lassen sich nach Belieben umbauen, vom einfachen Sofa bis zur Liegewiese: Dazu wird der in der Außennaht versteckte, umlaufende Reißverschluss geöffnet, der Bezug angehoben und die obere Matratze zu einem bequemen Doppelbett umklappt.

Kubische Polsterelemente: Möbelsystem Trio © COR

Gleittüren von Raumplus 

Mit den Gleittürensystem von Raumplus lässt sich ein ineinander übergehender Bad- und Schlafbereich bei Bedarf barrierefrei und platzsparend voneinander trennen. Um Stufen und Schwellen zu vermeiden gibt es von Raumplus zwei Systeme: Bodengeführte Türen, die auf im Untergrund eingelassenen Schienen laufen oder deckengeführte Türen, bei denen die Deckenschiene das Gewicht der Tür trägt und die nur einen nicht sichtbaren Führungsbeschlag für dem Boden benötigen.

Damit sich die beweglichen Gleittüren leicht abstoppen lassen, gibt es eine integrierte Gleittürbremse. Deren in die Deckenschiene eingebauter Mechanismus bremst selbst Türen mit schweren Füllungen mühelos ab und zieht sie in die vorgesehene Halteposition.

Transparente Gleittüren für den Badbereich © Raumplus

Roller Blinds von Kvadrat (Design: Ronan und Erwan Bouroullec) 

Die Brüder Ronan und Erwan Bouroullec haben für den Textilhersteller Kvadrat den Rollo-Baukasten Roller Blinds entwickelt, mit dem man das Raumklima in Innenräumen in Bezug auf verschiedene Auswirkungen von Sonnenlicht verbessern kann. Das maßgefertigte System besteht aus robustem Aluminium und aus Textilien in einer variantenreichen Farbauswahl.

Die Rollos machen es möglich, Sonnenschutz, Blendschutz und Wärmekomfort gezielt zu optimieren. Dank eines speziellen Befestigungsmechanismus können die Kvadrat Roller Blinds flexibel und einfach in Innenräumen angebracht werden. Das System wird wahlweise mit Kettenzug, Tasten oder mit Fernbedienung bedient. 

Roller Blinds zur Raumoptimierung © Kvadrat

Lichtsystem 3, Lichtbord von Gera (Design: Thomas Ritt) 

Das Lichtsystem 3 ist eine Ablage mit wahlweise aluminiumfarbig oder edelstahlfarbig eloxiertem Rahmen sowie einer Fläche aus Verbundsicherheitsglas, das an der Wand montiert wird. Es hat eine Breite von 300 Millimeter und kann in Längen von 600 bis 1500 Millimeter oder als Sonderlänge von bis zu 2400 Millimeter angefertigt werden.

Ein integriertes LED-Band, das vom Nutzer gewechselt werden kann, gibt Licht nach oben und unten ab. Das Leuchtmittel für oben ist über das gesamte Farbspektrum regelbar und dimmbar, nach unten leuchtet das Licht in einem warmen Weiß. Verdeckt angebrachte Steckdosen machen das Lichtsystem zur idealen Ladestation für allerhand mobile Geräte.  

In alle Bereiche der Einrichtung, vom Büromöbel über leuchtende Komponenten bis zu Raumteilern und Polstermöbeln, ist der Systemgedanke inzwischen vorgedrungen. Nicht immer muss es ein großer Universalbaukasten sein, manchmal bestehen Systeme auch nur aus wenigen Komponenten. Eine ihrer Qualitäten hat auch mit Nachhaltigkeit zu tun. Systeme sind langlebig und können immer wieder in neuen Konstellationen genutzt werden.

Autorin: Heike Edelmann

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