19. Dez 2018

Neue Zukunftsstudie: "Wohntrends 2035"

Die Digitalisierung des Wohnens wird in den nächsten Jahren weiter an Tempo zulegen und Wohnwünsche werden vielfältiger. Vor allem große Städte mit ihrem Umland gewinnen an Attraktivität. Gefragt sind kleine, barrierefreie Wohnungen, aber auch gemütliche Smart Living-Domizile mit anspruchsvoller Ausstattung.

In Zukunft werden Möbel schneller ausgetauscht und Küchen oder Badezimmer für Mietwohnungen maßgeschneidert. Das ergab die neue Studie "Wohntrends 2035" des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (GdW).

Mit seinen räumlichen, demographischen, technischen und sozialen Entwicklungen hat der gesellschaftliche Wandel in Deutschland großen Einfluss auf zukünftige Wohnwünsche. Im Vergleich zur letzten, fünf Jahre alten Studie des GdW steigt bei den "Wohntrends 2035" die Nachfrage nach kleinen, barrierefreien und preiswerten Wohnungen deutlich an. In etwa doppelt so viele Befragte äußern den Wunsch nach modernem Wohnraum mit einem hohen Anspruch an technische Ausstattung, Service- und Dienstleistungsangeboten.

Digitale Nutzungskonzepte

Smart-City-Strategien sind gefragt, unter anderem zum Schaffen lebendiger digitaler Nachbarschaften. Dies betrifft virtuelle Netze, aber auch den direkten Kontakt mit den Menschen im Quartier. Gemeinschaftliches "Co-Housing" und flexiblere Nutzungskonzepte wie kleine Wohnungseinheiten mit neuen Grundrissen, die sich Bereiche mit den Nachbarn teilen ("Collaborative Living") werden von den Studienteilnehmern bevorzugt. Durch weiteren Zuzug in die Metropolen wird auch das Angebot an Tiny Houses, Mikrowohnungen und temporären Serviceapartments wachsen.

Der neue Mobilfunkstandard 5G beschränkt sich bald nicht mehr auf Smartphones oder Tablets, sondern wird zur grundlegenden Infrastruktur für das "Internet of Things": "Intelligente Gegenstände", die drahtlos kommunizieren und gesteuert werden, ersetzen den Computer als Steuerungselement im Wohnraum.

Einziehen und loswohnen

Beim Mieten wie beim Kaufen – Wohnungen von morgen bewegen sich zwischen "Hightech und Hygge". Die digitale Grundausstattung gilt als selbstverständlich. Dazu gehört ein WLAN, das schon beim Einzug funktioniert, ebenso wie die Basistechnik, um alle Räume miteinander digital zu vernetzen.

Technik wird aber nicht dominieren, sondern im Hintergrund funktionieren. Die Gestaltung der Wohnung folgt mehr den Aspekten „Wohlfühlen und Gemeinschaft“, mit bequemen Sesseln und Sofas für eine gemütliche Atmosphäre.

Möblierung bildet auch die Schnittstellen zum digitalen Alltag. Aktuelle Meldungen auf dem Badezimmerspiegel angezeigt zu bekommen ist keine Fiktion mehr. Zukünftige Trends liegen in der Nutzung von weiteren Flächen auf Tischen oder Küchenschränken zur Anzeige digitaler Daten oder als Bedienoberflächen für das Smart Living.

Neue Wohnung, neue Möbel

In Zukunft wird Wohnen von Anfang an zusammen mit der Inneneinrichtung geplant, Verkauf oder Vermietung von Möbeln gehören zum Geschäftsmodell. Das Angebot erstreckt sich von fertigen Küchen und Bädern in verschiedenen Wunschausstattungen über praktische Einbauten bis hin zu vorinstallierten Lautsprechern oder Mini-iPads als Bedienungskonsolen für das digitalisierte Leben. Solche Möbel machen die Wohnung "wohnfertig".

Eine gehobene Badezimmerausstattung gehört für eine Mehrheit von rund 48 Prozent der Haushalte schon heute zum Standard. Ein barrierefreies Bad mit bodengleicher Dusche wird von fast zwei Dritteln der Befragten über 45 Jahre vorausgesetzt, während es für jüngere Generationen noch keine solche Bedeutung besitzt, aber als bequem angesehen wird.

Intelligente Planung

Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das: Möblierung gleich mitdenken. Vor allem in kleinen Wohnungen sind intelligenter Stauraum und Regalsysteme notwendig, um den Raum optimal zu nutzen. Die stärkere Digitalisierung des Wohnens erfordert zudem eine Optimierung von WLAN-Reichweiten innerhalb der Wohnung sowie Möglichkeiten für immer größere Projektionsflächen oder Bildschirme.

Von den "Wohntrends 2035" vorhergesagte Entwicklungen wie der schnellere Austausch von Möbeln, vielseitigere Wohnformen oder maßgeschneiderte Lösungen für Mietwohnungen deuten auf gute Aussichten für die Einrichtungsbranche hin.

Erstellt wurde die Studie vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft in Zusammenarbeit mit den Instituten InWIS und Analyse & Konzepte. Aktuelle Trends für das Wohnen in der näheren Zukunft präsentieren die internationalen Messen imm cologne / LivingKitchen vom 14. bis 20. Januar 2019 in Köln.

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von Zuzunaga Secursal España
Kommentare (1)
Porträt von Horst Lubosch
Horst Lubosch
Natürlich Massivholz, Möbelvertreibs GmbH
13:57 | 08.01.2019
Ich hoffe nur, dass wir Politiker auf Bundes- und Kommunalebene haben, die das auch so sehen und es möglich machen, dass bezahlbares Bauland mit einer guten Anbindung an die Wirtschaftszentren zur Verfügung gestellt wird, das auch mit den neuesten technischen Errungenschaften erschlossen ist.
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