28. Okt 2020

Neues aus der Welt der Büromöbel

Aktuelle Möbel fürs Büro sind flexibel und unterstützen uns dabei, immer wieder die eigene Position zu verändern. Fürs kreative Denken und Handeln sind solche Veränderungen unseres Körpers im Raum wichtig. Eine neue Generation von Büromöbeln konzentriert sich darauf uns zu aktivieren, damit wir vom Sitzen zum Stehen wechseln, uns eher abstützen, als im Sessel einzusinken. Wir zeigen eine Auswahl der Marktneuheiten 2020, die dem Konzept von New Work besonders entsprechen. 

König + Neurath Bürostuhl Okay.III (Design: ITO Design) 

Bei Bürostühlen setzen sich Lehnen mit leichter, flexibler Bespannung durch. Beim Okay.III besteht sie aus elastischen Bändern, wahlweise in Weiß, Schwarz oder Orange. Darüber wird ein gestricktes Rückenteil gespannt. Lehnt man sich an, wirkt dies zunächst schwerelos.

Doch sofort wird der Rücken stabilisiert und aufgefangen, abgestützt und zugleich animiert, in Bewegung zu bleiben. Eine spezielle Synchronmechanik ermöglicht den harmonischen Bewegungsablauf beim Sitzen. Die integrierte, stufenlos verstellbare Lordosenstütze sorgt für eine optimale Druckverteilung. Höhe, Tiefe und Neigung des Sitzes können mit Bedienelementen intuitiv und selbsterklärend eingestellt werden.

Charakteristisch für Okay.III ist seine flexible Rückenlehne mit elastischen Bändern © König + Neurath

Kusch + Co 6800 Creva desk (Design: Kaschkasch) 

Das außergewöhnliche Tischprogramm Creva desk bringt eine wohnliche Note ins Office. In Größe und Form angepasst eignen sich die Tische für Einzelarbeitsplatz, Workbench, Konferenzbereich und zudem auch für Cafeteria und Kantine, für Aufenthalts- und Wartebereich, für Meeting Point und Breakout Zone.

Gerundete Formen, harmonische Proportionen und Winkel sowie das Naturmaterial Holz bestimmen die Gestaltung. Eine zargenlose Unterkonstruktion sorgt für mehr Beinfreiheit. Die Mittelfuge in der Tischplatte nimmt frei positionierbare Elektrifizierungsboxen, Sichtschutzpanele und Tabletts auf und ist zugleich gestalterisches Erkennungsmerkmal des Creva desk.

Ein ganzes Büromöbel Set lässt sich mit anderen Bestandteilen der Creva-Kollektion zusammenbauen, vom Hocker bis zum kompakten Sofa.

Creva desk – wohnliche Tische für Büro, Cafeteria oder Lounge © Kusch +Co

WINI, Winea Flow (Design: Werksdesign in Kooperation mit Designer Uwe Sommerlade) 

Abwechselnd im Sitzen und im Stehen zu arbeiten schont die Wirbelsäule. Beim Tischsystem Winea Flow dient eine schwarz abgesetzte Tischecke zum schnellen und intuitiven Verstellen der Tischhöhe. Je selbstverständlicher dieses Bedienelement wird, desto leichter beziehen Nutzerinnen und Nutzer die Höhenverstellung in ihre Arbeitsprozesse mit ein.

Zudem muss man nicht lange auf eine veränderte Höhe warten: Der Wechsel zwischen Sitzposition (65 cm) und Sehposition (125 cm) erfolgt doppelt so schnell wie bei vergleichbaren Möbeln. Soft-Start-/Stopp-Automatik und ein integrierter Auffahrschutz gehören zum Standard.  

Winea Flow verbraucht wenig Strom und ist im Gebrauch leise. Das reduzierte Design des variablen Gestells lässt sich durch Platten mit Echtholzfurnieren, farbigen Melamin-Dekoren, mattem Linoleum oder MDF variieren. Beim Gestell stehen Füße in T- oder A-Form mit Massivholzstollen oder mit Wange zur Wahl – in der sich die Elektrifizierung verbirgt.

Winea Flow: Ein farblich abgesetztes Bedienelement erinnert daran, die Arbeitshöhe gelegentlich zu variieren. © WINI

Sedus stoll secretair home (Design: Judith Daur, Sedus Design Team)  

Das wohnliche Home-Office gewinnt – nicht allein wegen Corona – weiter an Bedeutung. Eine moderne Interpretation des klassischen Sekretärs stellt Sedus vor. Der secretair home ist ein vielseitiger und mobiler Platz für temporäres Arbeiten zuhause.

Seine 80 x 60 cm große Schreibtischplatte hat ein Schirmelement aus Formvlies aus recycelten PET-Flaschen und wird von einem elegant geschwungenen Rohrrahmen getragen. Die schräg gestellten Flanken verstärken die Abschirmung zur Seite hin.  

Das Gestell gibt es in den Ausführungen Weiß, Schwarz und Chrom, die Tischoberflächen in Reinweiß und Eiche hell, das Abschirmelement in den Farben Hellgrau und Anthrazit. Optional kann eine Steckdose oder ein Wireless Charger mit Qi-Technologie installiert werden.  

Steelcase Flex Collection (Design: Steelcase) 

Agil arbeitende Teams brauchen flexible Tools, die kreative Prozesse unterstützen. Die Steelcase Flex Collection besteht aus Schreibtischen, Wagen, Screens und Zubehör. Mit smarten Details und vernetzter Technik können Teams ihre Arbeitsumgebung in kurzer Zeit an schnell wechselnde Anforderungen anpassen.

Steelcase Flex bietet zudem eine breite Auswahl von Materialoptionen, mit denen sich einzigartige Umgebungen gestalten lassen – Furniere, Laminate, Textilien sowie Lux-Pulverbeschichtungen und Lacke. Neben Tischen und mobilen Möbeln umfasst die Collection Whiteboards, tischmontierte und freistehende Screens, akustische Begrenzungen sowie eine mobile Stromversorgung.

Vielseitig nutzbar für agil arbeitende Teams: die Steelcase Flex Collection © Steelcase

Vitra Sessel Citizen (Design: Konstantin Grcic) 

Auf unkonventionelle Art bequem: Die Rückenlehne des Polstersessels Citizen ist fest mit dem Stahlrahmen verbunden, der Sitz jedoch ist an drei Stahlseilen beweglich aufgehängt. Dadurch entsteht ein dynamisches Sitzgefühl, das durch den leicht schwingenden Stahlrohrrahmen unterstützt wird, der drehbar auf dem Untergestell befestigt ist.

An dieser Konstruktion ist nichts versteckt – das gibt Citizen einen ehrlichen, direkten Ausdruck. Der Sessel ist als Highback oder Lowback erhältlich und im Büroumfeld flexibel einsetzbarer, einzeln oder in der Gruppe zum Lounging. Die Polsterbezüge gibt es in einer großen Palette von Farben und Bezugsmaterialien.

Dynamisches Sitzgefühl: der neue Citizen Sessel von Konstantin Grcic © Vitra

Wilkhahn, Rider Programm 205 (Design: Sven von Boetticher) 

Wer sitzt, sollte sich dabei wenigstens bewegen. Den Stehsitz „Ulmer Pulmer“ von Nick Roericht und Horst Fleischmann entwickelte Wilkhahn mit Produktentwicklung Roericht zum „Stitz“ weiter, „Stand-up“ von Thorsten Frank führte das Thema weiter. Auch Designer Sven von Boetticher widmet sich dem Stehsitz nicht zum ersten Mal. Sein „Rider“ nun erinnert in formalen Details an den Sattel als Urtyp des abwechslungsreichen Sitzens.  

Wie einstmals der Stitz, bei Wilkhahn seit drei Jahrzehnten im Programm, unterstützt auch Rider überall dort, wo körperliche Agilität im Büroalltag gefragt ist: im Workshop, beim kurzen Update mit Kollegen, beim Lesen von Kurznachrichten oder am Stehpult.

Rider ist leicht, mobil und lässt sich mit einer Hand greifen und tragen. Die komfortable Sitzfläche kann man zum Quer- oder Längssitzen nutzen. Mit den beidseitig integrierten Grifftasten für die stufenlose Höheneinstellung lässt er sich intuitiv anpassen an unterschiedliche Körpergrößen oder Nutzhöhen. 

Büromöbel von heute sind flexibel. Gebraucht wird, was aktiviert und in Bewegung hält. So sind die Büromöbel des Jahrgangs 2020 ideale Begleiter für den Arbeitsalltag von agilen Teams und beweglichen Individualisten. Neue Typologien wie der Stehsitz oder der höhenverstellbare Tisch setzen sich durch.

Die bewegliche Stehhilfe Rider erinnert an den Sattel als Urtyp des abwechslungsreichen Sitzens © Wilkhahn

Autorin: Heike Edelmann

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