Women in Furniture

Netzwerk für Frauen im Möbelbusiness

Frauen hatten in der Möbelbranche bisher keine große Bühne. Das soll sich mit "Women in Furniture" ändern. Denn das Frauen-Netzwerk hat es sich zum Ziel gesetzt, Diversität und Gleichberechtigung von Frauen und Männern innerhalb der Home & Living Branche zu stärken, ambitionierte Frauen zu fördern und das männerdominierte C-Level des deutschen Möbelhandels aufzumischen. Wir sprachen mit den beiden Gründerinnen Louisa Verch und Josephine Seidel-Leuteritz.

12. Okt 2021

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht, dass ihr es für wichtig gehalten habt, ein Netzwerk für Frauen im Möbelbusiness zu gründen? 

Wir beide kennen uns über gemeinsame berufliche Überschneidungen. Wir haben beide in der Branche gearbeitet, Josephine für das Online-Magazin Wohnklamotte, Louisa damals für die Strategieberatung Digital Apartment. Darüber haben wir an verschiedenen Veranstaltungen der Branche gemeinsam teilgenommen und waren oftmals die einzigen Frauen in der Runde. Sowohl auf Podiumsdiskussionen als auch im Publikum. Das hat uns dazu bewegt hier eine längst überfällige Veränderung innerhalb der Branche anzustoßen!  

Wie war das Feedback auf die Gründung Eures Netzwerks. Haben Männer und Frauen unterschiedlich reagiert? 

Das Feedback war sowohl von Frauen als auch Männern gleichermaßen überwältigend und hat uns gezeigt, dass dieser Schritt notwendig und gewünscht war. Wir haben mit einem kleinen Event in Hamburg im Juli gestartet und haben bereits im Herbst schon tolle Partner wie zum Beispiel das Stilwerk und bulthaup an Bord gehabt. Auch die Presse war sehr interessiert an unserem Netzwerk und somit haben wir auch von Anfang an mediale Unterstützung erhalten. Das hat natürlich extrem geholfen, uns in der Branche noch sichtbarer zu machen.  

Was sind die Ziele Eures Netzwerks? 

Das Ziel von Women in Furniture ist es einen Raum zu schaffen, in dem sich Frauen aus dem Home & Living Bereich gegenseitig stärken, um Großes zu erreichen. Wir schaffen einen Raum, in dem Vertrauen und Unterstützung an erster Stelle stehen. Dieser soll uns ermöglichen, sich auszutauschen, einander zu inspirieren, Ratschläge zu geben und unterschiedliche Themenschwerpunkte ohne Scheu anzusprechen. Unsere Vision ist es, Diversität und Gleichberechtigung von Frauen und Männern innerhalb der Home & Living Branche zu stärken, ambitionierte Frauen zu fördern und das männerdominierte C-Level des deutschen Möbelhandels aufzumischen. 

Ihr kommt ja beide aus dem Online-Business. Welche Veränderungen habt ihr in der Branche während und nach der Pandemie erlebt – und welche Entwicklungen sehr Ihr für die Zukunft? 

Grundsätzlich haben wir vermutlich alle wahrgenommen, wie wichtig persönliche Begegnungen und die eigenen 4-Wände für uns sind. Ganz stark hat man diese Bedürfnisse auf den ersten Messen dieses Jahr wahrgenommen. Die Menschen waren wieder so glücklich über den persönlichen Kontakt! Dennoch hat es uns auch gezeigt, wie viel doch digital möglich ist. Muss das angesetzte Meeting wirklich in persona durchgeführt werden? Das notwenige Umdenken hat in der Branche im Bereich agiles Arbeiten nochmal vieles positiv angestoßen. 

In Bezug auf das Online-Business lässt sich sagen, dass die Pandemie die Akzeptanz und Relevanz erhöht hat, Möbel online zu erwerben, das lässt sich sehr positiv hervorheben und wird die Zukunft mitgestalten. Technologien wie Augmented Reality sind hier nochmal mehr in den Fokus gerückt.

Die Beteiligung von Frauen ist ja gerade durch die Frauenquote wieder in aller Munde. Wie steht ihr dazu? 

Grundsätzlich sind wir dafür, dass jeder Mensch die gleichen Chancen haben sollte und nach Leistung und Kompetenz die vakanten Stellen in Unternehmen besetzt werden sollen. Jedoch gibt es viele untscheidliche Faktoren die mit in die Tatsache hineinspielen, warum es wenig Frauen in Führungspositionen gibt. Einer davon ist der „unconsious bias". Unconsious bias sind unbewusste Vorurteile, die wir in uns verankert haben, die wir im Laufe unseres Lebens durch Erfahrungen und Prägungen entwickeln.

Hierauf fußt das klassiche Beispiel: Der Chef Michael1, stellt als seinen Nachfolger auch einen Michael2 ein, weil dieser ihm am ähnlichsten ist und somit, so vermutet Michael1, auch am kompetentesten für den Job. Da diese Vorurteile unbewusst geschehen, müssen wir uns für aktive Veränderung unseres Verhaltens, diesen Vorurteilen bewusst werden.  

Da das bewusst machen, und die aktive Handlung gegen die Vorurteile sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, sind wir PRO Frauenquote. 

Es ist ja eigentlich wissenschaftlich erwiesen, dass diverse Teams, also Gruppen, deren Mitglieder die Gesellschaft möglichst vielfältig abbilden, erfolgreicher und auch effizienter arbeiten. Wie sind eure Erfahrungen, bzw. die eurer Mitglieder? 

Diese Thesen können wir uneingeschränkt bestätigen! Wir versuchen uns für die Weiterentwicklung von Women in Furniture Feedback von vielen unterschiedlichen Menschen einzuholen, um uns bestmöglich weiterzuentwickeln und Women in Furniture erfolgreich aufzubauen. Auch in unseren Jobs schätzen wir es sehr in diversen Teams zu arbeiten. 

Gibt es Netzwerke wir Eures auch international? 

Branchenintern genauso noch nicht, aber wir haben große Ziele. ;-) 

Wer kann bei Euch Mitglied werden und wie? 

Bei uns kann jede:r Mitglied werden, der oder die sich mit uns und unseren Werten identifizieren kann und aus der erweiterten Home & Living Branche kommt. Bei uns haben Vielfalt, Augenhöhe und Empowerment einen sehr hohen Stellenwert. Wir möchten, dass sich jede:r jederzeit bei uns herzlich Willkommen fühlt: egal welche Hautfarbe, Religion, welches Alter, welche Sexualität oder welche Position im Unternehmen. Nur so können wir voneinander lernen und es entstehen spannende Synergieeffekte. Ellenbogen gibt es bei uns nicht – nur absolute Unterstützung untereinander! 

Schreib‘ uns einfach über das Kontaktformular auf unserer Website www.womeninfurniture.de.

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