standard.search Switch to english
Ihr Netzwerk
Präsentieren Sie sich im professionellen Firmen-Netzwerk
Finden Sie relevante Kontakte und Produkte
Generieren Sie hochwertige Leads
11. Jul 2018

Offenes Wohnen – ein Trend geht zu Ende

Seit Jahren ist offenes Wohnen angesagt. Zusammengefügte Küchen-, Ess- und Wohnzimmerräume sind mittlerweile Standard in jedem Neubau. Selbst Bereiche wie Schlaf- und Badezimmer werden zu einem Raum kombiniert. Doch langsam stellt sich eine Trendwende ein. Rückzugsorte sind gefragt.  

Werbespots demonstrieren glückliche Familien, die in repräsentativen Räumen ohne Türen und Wände ein unbeschwertes Leben führen. Der Verbraucher lebt es nach.  In den letzten Jahren haben sich einzelne Wohnräume komplett aufgelöst, um in fließenden Übergängen ineinander aufzugehen. Dank offener Architektur sind auch Flure und Treppenaufgänge in den Wohnraum integriert und werden zum Beispiel als Fläche für Möbel genutzt. Der Trend zur Transparenz macht selbst vor den Bereichen Bad und Schlafzimmer nicht halt. Gemeinsam mit dem Ankleideraum werden sie zu einer Raumeinheit. Für viele Lebenssituationen bietet das offene Wohnraumkonzept Vorteile, denn es fördert das Zusammenleben, was insbesondere für Familien mit kleinen Kinder sinnvoll ist. Außerdem sieht es stylish aus und ist für das Feiern von großen Partys bestens geeignet.

Viele vermissen die Privatsphäre

Tatsächlich aber tritt langsam der Rückzug vom offenen Wohnkonzept ein. In einer Welt, in der außerhalb der eigenen 4 Wände mittlerweile dank Digitalisierung das ganze Leben transparent ist, sehnen sich die Menschen zumindest in ihrem eigenen Zuhause nach Rückzugsmöglichkeiten.

Flexibilität und Individualisierung aber sind bei offener Raumaufteilung schwierig. Trotz modernster Haushaltsgeräte lässt sich auch ein gewisser Geräuschpegel nicht vermeiden und bei einer offenen Wohnkultur, ist es schwer, diesem zu entgehen. Wenn selbst der Flur in den Wohnraum integriert ist, wohin dann mit schmutzigen Schuhen und nassen Jacken?

Vor allem die Kombination von Schlaf- und Badezimmer in ein sogenanntes „Bad en suite“, macht früher oder später nachdenklich. Wo bitte bleibt die Intimsphäre?

Neu: Das „Broken plan living“

Ein Schritt zurück vom Extrem Offenem Wohnen ist das „Broken plan living“. Der neue Trend aus den USA ist gleichzeitig eine Weiterentwicklung und ein Rückschritt des offenen Grundrisses.  Er zeichnet sich durch eine Ansammlung kleinerer Zonen aus, die auf verschiedenen Ebenen entstehen, die zwar inhärent miteinander verbunden, aber nicht unbedingt abgeschlossen sind. Dadurch werden die räumlichen und sozialen Vorteile des offenen Wohnens beibehalten, aber Räume und Funktionen werden wieder unterschiedlich definiert.

Architekten verwenden Halbwände, Trennwände und unterschiedliche Bodenbeläge, um Flexibilität zu schaffen. Verschiebbare und drehbare Wände erlauben eine multifunktionale Raumnutzung. Mobile Kommoden und Bücherregale trennen zumindest optisch wieder einzelne Wohnbereiche und bieten zumindest einen Hauch von Privatsphäre. Ideal für Familien, in denen Kinder älter werden und neue Bedürfnisse entwickeln.

Nachteile gibt es natürlich auch beim „Broken plan living“.  Es ist weder ein offenes noch ein geschlossenes Wohnkonzept und hierfür die passenden Möbelstücke zu finden ist schwierig.
Experten sind sich einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Trend „offenes Wohnen“ komplett vorbei ist und die Menschen wieder in geschlossenen Räumen leben werden.  

Schreiben Sie den ersten Kommentar