11. Jan 2018

Intelligenter Handschuh für die Möbelfertigung

Ursprünglich für die Autoindustrie entwickelt, ist ProGlove auch für die Möbelbranche äußerst interessant. Denn der intelligente Handschuh soll laut Hersteller für mehr Effizienz in Produktion und Logistik sorgen. Das Prinzip ist einfach: Statt mit zusätzlichen Geräten sollen Werker einfach per Hand Informationen aus Paketen oder Bauteilen auslesen. Dazu integrierte das Start-up ein Barcode-Scanmodul in einen Handschuh.

Minimaler Integrationsaufwand, maximale Produktionssteigerung

Der Handschuh liefert dem Arbeiter direkt ein optisches, akustisches und haptisches Feedback zu seinem Arbeitsprozess. So wird der Blick auf einen Bildschirm ebenso unnötig wie ein externes Scangerät. „Wir können in einem Lager 2.000 Minuten pro Tag sparen – und das sofort, ohne Integrationsaufwand“, sagte Thomas Kirchner, Managing Director ProGlove auf dem Digital Interior Day in Köln. Das System besteht aus einer zentralen Computereinheit und einem Arbeitshandschuh mit integrierter Elektronik. Der Integrationsaufwand in bestehende Systeme ist laut Kirchner sehr gering. Bei Verschleiß könne der Handschuh zudem einfach ausgetauscht werden. Zu den Kunden von ProGlove zählt in erster Linie die Automobilindustrie. Aber auch in den Lagern von Versandhändlern und Supermärkten werden die intelligenten Handschuhe schon eingesetzt.

Warum ProGlove für die Möbelindustrie interessant ist

„Auch ein Einsatz in der Möbelindustrie ist gut vorstellbar“, so Kirchner. Denn auch hier ist der logistische Aufwand besonders groß: Zum einen besteht in der Möbelindustrie, ähnlich wie in der Automobilindustrie, eine besonders hohe Variantenvielfalt. Zum anderen sind die Stückzahlen hoch und die einzelnen Bauteile besonders sperrig. Deshalb ist es für den Werker im Lager wichtig freihändig zu arbeiten. Die Wearables kommen in erster Linie in der Logistik und Produktion zum Einsatz. Besonders die Produktion von maßgeschneiderten Möbeln kann durch den intelligenten Handschuh effizienter gestaltet werden. Erste Anfragen aus der gesamten Möbelindustrie liegen dem Unternehmen bereits vor.

Finanzierung durch US-Speicherchiphersteller Intel

Der erste Prototyp wurde von dem US-Speicherchiphersteller Intel finanziert. Bei dessen Ideenwettbewerb „Intel Make it Wearable“ gewannen die Gründer ein Preisgeld in Höhe von 150.000 Dollar. Mit diesem Geld und weiteren zwei Millionen von verschiedenen anderen Investoren entwickelte das Team von ProGlove im vergangenen Jahr ein marktfähiges Produkt. Inzwischen ist unter dem Namen „Mark“ eine Plug&Play-Lösung für Produktion und Logistik erhältlich, durch die Unternehmen eine direkte Verbesserung der Effizienz und Ergonomie erzielen können.

Deutscher Gründerpreis 2016 in der Kategorie Start-Up

Übrigens: Für dieses „spannende und vielversprechende Produkt“ wurde das Münchner Unternehmen auch für den Deutschen Gründerpreis 2016 in der Kategorie Start-Up nominiert.

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