13. Okt 2020

Solitäre setzen sich gekonnt in Szene

Gestalterische Einzelobjekte machen als Highlight den besonderen Reiz individuell eingerichteter Räume aus. Auch für die Serie konzipierte Solitäre weisen bei Material und Oberfläche oftmals Eigenschaften von unverwechselbaren Unikaten auf.

Bulthaup b Solitaire von bulthaup 

Als Einzelstücke wie auch im harmonischen Zusammenspiel können Objekte der „b Solitaire“-Serie von Bulthaup genutzt werden. Die Tisch- und Bankkombination etwa kann Mittelpunkt in Wohnung oder Objekt sein. Sie ist ein modern interpretierter Treffpunkt und lädt zum gemeinsamen Essen, Reden und Verweilen ein.

Die b Solitaire-Serie hat verbindende gestalterische Elemente. Der mattschwarze Aluminiumrahmen taucht ebenso wieder auf wie das massive Eichenholz, dessen einzigartige Maserungen und besondere Wachstumsmerkmale jedes Stück der Serie erkennbar zu einem Unikat machen.

Die Bank gibt es optional mit passender Auflage in natürlich gegerbtem Leder. Ebenfalls zum Programm gehören vielseitig einsetzbare, frei im Raum positionierbare Regale unterschiedlicher Größe. Deren Rahmen können auf höhenverstellbaren Ebenen mit Tablaren, Auszugstablaren und vielen abgestimmten Ordnungselementen ausgestattet werden.  

Brut Regal von Pulpo (Design: Ferréol Babin) 

Glas trifft auf Marmor, seriell gestaltete Gradlinigkeit kontrastieren mit gebrochen Steinkanten. Aus dieser Spannung entsteht der besondere Reiz der Brut-Regale. Designer Ferréol Babin schuf einen außergewöhnlichen Materialmix aus grünlichem, geriffeltem Profilglas, das naturbelassene Marmorplatten umrahmt, so dass sie fast zu schweben scheinen.

Brut ist in zwei weiteren Kombinationen erhältlich: in sandgestrahltem Glas mit weißem Marmor und grauem Glas mit dunkelgrünem Marmor. Die Marmorplatten sind an der hinteren Seite glatt und passgenau zugeschnitten, an den Fronten aber grob und unregelmäßig.

Auch im Glas können Schlieren und Blasen während es Produktionsprozesses entstehen. Ein erwünschter Effekt der Gestaltung. So ist kein brut-Regal wie das andere. 

Brut Regal aus Glas und Marmor mit rauer Kante © Pulpo

Lounge-Sessel 808 von Thonet (Design: Formstelle) 

Traditionelle Typologie, eine neu interpretierte kontrastreiche Form sowie maximaler Komfort fließen beim Lounge-Sessel 808 zusammen. Das Relax-Möbel interpretiert den klassischen Ohrensessel neu, dessen individuelle Erscheinung stets einen Ort des Rückzugs und der Ruhe signalisiert.

Das obere Rückenteil erinnert an einen schützenden Kragen. Die markante Schale umfängt den Sitzenden und vermittelt Geborgenheit. Die an Wellen erinnernde Polsterung, der innere weiche Kern mit der lockeren Kissenoptik bildet einen spannungsvollen Gegensatz zur äußeren Schale.

Die im Inneren verborgene Mechanik ermöglicht eine stufenlose individuelle Anpassung von Sitz und Rücken an die Wünsche des Nutzers.

Skulpturaler Lounge-Sessel 808 von Thonet © Thonet

Harri von More Möbel (Design: Peter Fehrentz) 

Die minimalistisch gestaltete Vitrine Harri zeigt mit Understatement was in ihr steckt. präsentiert sich in edlem, matt lackierten Echtholzfurnier. Sie gehört zu einer Kollektion, die bislang Barwagen und Sekretär, Barhocker, Stuhl und Tisch, Sitzbank, Sidebord und Konsole umfasst.

Jedes dieser Stücke kann als Solitär im Raum auftreten, ebenso aber auch im Zusammenspiel mit seinen Verwandten. Die Harri Vitrine steht auf einem filigranen Stahlgestell, das anthrazitfarben pulverbeschichtet ist. Darauf ruht ein großer Korpus mit zwei gerahmten Glastüren.

Öffnen sie sich, wird im Inneren die Aufteilung und die feine Verarbeitung sichtbar. Die Einlegeböden bestehen aus Rauchglas, optional gibt es Schubläden mit Griffmulden. Die schlanke, ikonische Gestalt macht die Harri Vitrine zum Blickfang.

Minimalistisch gestaltete Harri Vitrine © More Möbel

Hirche Lounge Chair von Richard Lampert (Design: Herbert Hirche) 

Der Hirche Lounge Chair entstammt den fünfziger Jahren. Entworfen hat ihn der Architekt und Designer Herbert Hirche, der zunächst am Bauhaus bei Ludwig Mies van der Rohe studierte. Später arbeitete er im Büro bei Mies in dessen Büro, ebenso bei Egon Eiermann.

Nach dem Krieg war Hirche in Berlin an der Kunsthochschule Weißensee tätig, bevor er nach Stuttgart wechselte und der Möbelbranche zu bedeutenden Solitären wie zu Einrichtungssystemen verhalf. Mit seinem niedrigen gepolsterten Stahlrohrsessel für die eigene Wohnung schuf er 1953 ein typisches Wohnobjekt der optimistischen Generation junger Gestalter, die nach 1945 die Moderne neu und lebendig interpretierte. 

Richard Lampert hat dieses Möbel weiterentwickelt. Es ist nicht mehr nur serielle Neuauflage. Mit unterschiedlichen Stoffen, in Leder oder Kuhfell sowie einer Outdoor-Version lässt sich der improvisierende Rationalismus Hirches mal ironisch darstellen, dann wieder puristisch inszenieren oder funktional erweitern.

Hirche Lounge Chair mit Kuhfellbezug © Richard Lampert / Foto Richard Becker

Compas Direction von Vitra (Design Jean Prouvé) 

Zwei elegant abgespreizte, schlanke Beinpaare aus Metall sind charakteristisch für den Schreibtisch Compas Direction des französischen Konstrukteurs, Architekten und Designers Jean Prouvé, der 1953 entstand. Wie oft bei Prouvé gibt es eine Reihe von Vorbildern für die spätere Serienproduktion.

Der Name des Tischs bezieht sich auf die Schenkel eines Zirkels.  So schuf der Gestalter unterschiedliche Compas-Tische, solche mit symmetrischer Konstruktion und Compas Direction mit an den Rand gerücktem asymmetrischen Gestell.  

In seiner Werkstatt, die auf unterschiedliche Techniken des Metallbaus eingestellt war, experimentierte und veränderte Prouvé sie und stellte sie oftmals projektbezogen in Kleinserien her. Erst später wurden daraus standardisierte Möbel. Vitra legte Compass Direction zunächst als Teil der RAW Edition auf, bevor er in die reguläre Kollektion gelangte.

Spannungsreich ist der Kontrast zwischen Stahlblechgestellt und Tischplatten aus Massivholz in Eiche natur oder geräuchert sowie amerikanischem Nussbaum.

Compas Direction Schreibtisch, Design Jean Prouvé © Vitra

Matic von Knoll International (Design: Piero Lissoni) 

Als frei im Raum stehende Insel präsentiert sich das Sofasystem Matic, wahlweise bezogen mit Leder oder Stoff. Die markante Erscheinung resultiert wie oftmals bei Lissoni nicht zuletzt aus niedrigen Sitzflächen in verschiedenen Tiefen.

Ein Mechanismus ermöglicht es, Teile der Rückenlehnen auf unterschiedliche Sitzbedürfnisse anzupassen, je nachdem ob man sich auf dem Sofa unterhalten möchte, lesen und arbeiten oder sich entspannen. Passende Kissen ergänzen die Kollektion. Markantes Gestaltungsmerkmal von Matic ist das frontale Profil, das wahlweise aus Aluminium mit einem glänzenden Finish oder anthrazitfarbenen Lackfinish erhältlich ist.

Zum modularen System gehören Chaiselongues und halbinselförmige Elemente, die Matic jeweils zu einer veränderten Gesamterscheinung verhelfen. 

Selbst auf Einzelstücke in Haus, Wohnung und Büro wird heute oftmals der Systemgedanke angewandt. Einzelne Module können ausgetauscht, Farben kontrastierend gewählt oder Elemente nach und nach ergänzt werden.

Sofasystem Matic von Knoll International © Knoll / Foto Federico Cedrone

Autor: Heike Edelmann

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