16. Sep 2020

Starke Farben: Möbel als markante Akzente

Einrichtungselemente und Möbel in starken Farben setzten im Raum besondere Akzente. Als Lieblingsstücke ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich. Nach gedeckten und gebrochenen Farbtönen sind neuerdings wieder vermehrt markante Farben zu sehen. Gegenstände in starken Unitönen können kontrastierend zu Objekten anderer Farbe eingesetzt werden.

Achillea von Little Greene 

Die Firma Little Greene kooperiert für ihre aktuelle Tapetenkollektion mit der britischen Denkmal- und Naturschutzorganisation National Trust. Wie schon bei einer gemeinsam entwickelten Farbenkollektion stammen die Vorbilder, in diesem Fall Originalmuster aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, aus denkmalgeschützten Gebäuden in Großbritannien, die der National Trust unterhält und betreibt. Digital bearbeitet werden daraus zeitgenössische Elemente moderner Inneneinrichtung.  

So finden sich Stiele und Blüten der Schafgarbe auf dem Fragment einer schmalen Art Nouveau-Bordüre, die in Felbrigg Hall, einem Landhaus in Norfolk aufbewahrt wird. Digital überarbeitet sind sie nun auf einem Hintergrund von fünf unterschiedlichen modernen Farbtönen gedruckt, Teil der Tapetenkollektion „National Trust Papers“, besonders attraktiv in einem ausdrucksvollen Dunkelgrün unter dem Namen „Achillea Aurora“.

 Achillea Aurora von Little Greene © Little Greene

Charpai von Schönbuch (Design: Hanne Willmann) 

Das Daybed Charpai ist multifunktional und klar gestaltet. Designerin Hanne Willmann ließ sich für ihren Entwurf vom traditionellen leicht vom Boden abgehobenen indischen Bett inspirieren, das als Liege zur Entspannung und kurzes Powernapping dient. Charpai wird aus massivem Eichenholz gefertigt und in natur geölt oder offenporig lackiert angeboten.

Eine große Palette matter Lackfarben, kombiniert mit flachen Kissen, die mit Kvadrat-Stoffen bezogen sind, ermöglicht viele individuelle Gestaltungsvarianten. So kommt die minimalistische Linienführung von Charpai beispielsweise in Nachtblau mit Textilien in Blau und Türkis besonders gut zur Geltung.

Charpai Daybed by Schönbuch © Schönbuch

Dress-Up! Sofa von Cassina (Design: Rodolfo Dordoni) 

Was hat Möbelgestaltung mit Mode zu tun? Berührungspunkt ist das Handwerk. Beim Sofa Dress-Up! sind es elegante Details, mit besonderer Sorgfalt ausgeführte Nähte rund um die Arm- und Rückenlehnen, die an die Kunstfertigkeit versierter Schneider erinnern. Feine Abnäher säumen einen Reißverschluss, der wie bei einem Kleid bis zur Basis reicht.

Einen weiteren Blickfang bilden Bandapplikationen an den Polsterkissen in Schwarz, Weiß, Grau oder Caffeelatte. Dress-Up! verfügt über eine große Auswahl an Elementen, die vielfältig kombiniert werden können. Seine leicht abgewinkelten Rücken- und Armlehnen machen das geometrisch geformte Sitzmöbel gemütlich. Besonders raffiniert wirkt es in einem samtigen Bordeauxrot.

Sediment von Favius (Design: Studio Besau-Marguerre) 

Der Sediment Beistelltisch spielt mit speziellen Materialeigenschaften von bearbeitetem Marmor. Mit ihrer kontrastierenden Oberflächenstruktur erinnert die Tischplatte an natürliche Gesteinsschichten. Rau belassene und polierte Streifen wechseln sich ab und interpretieren Haptik und Farbtönung des Materials auf unterschiedliche Weise.

Als harmonische Basis dient das geradlinige Tischgestell aus massiver, lackierter Eiche. Sediment ist als Couch-oder Beistelltisch in den ungewöhnlichen Marmorsorten Giallo Reale und Verde Guatemala erhältlich, einem leuchtendem Gelb und einem strahlenden Grün.

Sediment Tische aus Marmor von Favius © Favius

Parkland von Kvadrat (Design: Alfredo Häberli) 

Parkland ist ein Möbelstoff mit einer feinen karierten Textur. Er verbindet Funktionalität mit bewusst schlichtem Look. Die Kollektion basiert auf einer einfachen Webart mit einer ebenen und gleichmäßigen Oberfläche. Das Textil entfaltet seine nuancierte Anmutung aus der Gegensätzlichkeit zweier Garne: Ein unifarbiger Schussfaden wird mit einem Mélange-Garn als Kettfaden kombiniert. Die Farbpalette ist breit gefächert. Sie enthält gedeckte Grautöne ebenso wie kräftige und natürliche Farbschattierungen.

Farbpalette der Parkland Stoffserie © Kvadrat

Jill von Leolux (Design: Edward van Vliet) 

Chaiselongue und Sessel Jill sind vom Ambiente exklusiver Luxushotels des 19. Jahrhunderts inspiriert. So verbindet der Designer moderne Formen und Materialien mit einem Hauch von Nostalgie. Charakteristisch ist der umgreifende, sich nach oben verjüngende gepolsterte Rücken beider Möbel.

Das Metallgestell hat eine Oberfläche namens Rauchchrom. Dekorative Ziernähte und ein Kissen mit einem einzelnen Knopf als Akzent sind weitere raffinierte Details des Polstermöbels. Der Bezug ist in verschiedenen Unifarben erhältlich, unter anderem in einem eleganten Türkis.

Jill Chaiselongue von Leolux © Leolux

Speed up von Roche Bobois (Design: Sacha Lakic) 

Dynamische dreidimensionale Formen und Farbe sind die Zutaten zur Speed Up-Serie des Designers Sacha Lakic. Die Fronten der Stauraummöbel, vom Sideboard bis zum Säulenschrank, schmückt ein großes fließendes Dekor.

Das amorphe thermoplastische Material Daquacryl ermöglicht die Darstellung dekorativer Fronten. Deren Effekt, mal als Wellenform oder Strudelbewegung dargestellt, wird durch die Farbwirkung des hochglänzenden Kunststoffs unterstrichen. In einem warmen Gelb und vielen anderen Tönen.

Speed up Sideboard von Roche Bobois © Roche Bobois

Love von Vondom (Design: Eugeni Quitllet) 

Für die Zukunft wünscht sich Gestalter Eugeni Quitllet eine Welt ohne Schwerkraft. Schon heute verbindet er digitale Präzision seiner Entwürfe mit fließenden Kurven. Die Love Collection besteht bislang aus Stühlen. Die Herstellung im Spritzgussverfahren ermöglicht es, einfache geschwungene Silhouetten mit weichen Formübergängen zu schaffen.

Love Chairs bestehen aus mit Glasfaser verstärktem Polypropylen. Daher sind sie sowohl für Innenräume wie auch für die Nutzung im Freien geeignet. Im Sitz sind Aussparungen integriert, die als Griffmulden dienen und Stapelbarkeit ermöglichen. Versionen, die aus recyceltem Kunststoff aus dem Mittelmeer gefertigt sind, haben gedämpfte Farben. Eindrucksvoll ist die Version in Rot.  

Farben betonen Komfort und Eleganz oder unterstreichen die Einzigartigkeit eines Möbels. Eine Häufung stark farbiger Gegenstände, wie sie noch in den 1980er Jahren neu und anregend wirkte, ist heute aber eher selten anzutreffen.  

Stuhl aus der Love Collection von Vondom © Vondom

Autorin: Heike Edelmann

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