26. Aug 2020

Versteckte Technik: Fast unsichtbare Klappenlösung

Je weniger Platz die Technik im Möbel dabei einnimmt, desto mehr Stauraum bleibt am Ende für den Nutzer. Grass hat mit dem neuen Klappensystem Kinvaro T-Slim jetzt einen dünnen Beschlag entwickelt, der genau das möglich machten soll: nahezu unsichtbare Technik, die ein maximales Platzangebot schafft.

Bei Oberschränken mit Frontklappen handelt es sich in der Regel um Stauräume in idealer, ergonomischer Höhe. Sie bieten unmittelbare Griffnähe und bequemen Zugriff. Nicht ohne Grund gehören sie mittlerweile zu häufig genutzten Stauraumlösungen. Ob in Küche, Bad, Büro, Wohn- oder Schlafzimmer: Es wird in ihnen alles verstaut, was man regelmäßig braucht, aber nicht auf den ersten Blick sehen soll.  

Wenn weniger mehr ist 

Reduktion ist bei Beschlägen das Stichwort der Stunde. Beschläge sollen heute effektiv, stabil, sicher, aber auch dünn sein. Die Technik und die Mechanik stehen zwar im Vordergrund, aber die Optik darf nicht fehlen. Klappenlösungen haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Der technologische Fortschritt hat dazu geführt, dass sich die Grenzen immer mehr verschoben haben.

Dass es beispielsweise möglich ist, ein stabiles Klappensystem vollständig in die Seitenwand eines Oberschrankes zu integrieren, wäre noch bis vor Kurzem undenkbar gewesen. Aber warum ist es so wichtig, dass ein Klappensystem unsichtbar bleibt? Ganz einfach: Oberschränke sind auf Augenhöhe montiert. Und wer will schon auf dominante Technikbauteile starren, wenn es doch eigentlich auf den Inhalt in den Schränken und dessen Design ankommt.  

Das neue Klappensystem Kinvaro T-Slim will unsichtbar bleiben. Die Ingenieure wollten die komplexe Mechanik des Drehbeschlags auf eine Baugröße von zwölf Millimeter zu reduzieren. Der Beschlag fügt sich nun nahezu unsichtbar in das Möbelstück ein, eröffnet so neue Möglichkeiten für den Oberschrank und bedient damit einen aktuellen Trend. Besonders querformatige Stauräume mit Drehklappen erleben derzeit eine Renaissance.  

Seit über 70 Jahren gehören wir zu den Pionieren der Möbelbranche“, sagt Harald Küper, Produkt Manager für Klappensysteme bei Grass. „Mit Kinvaro T-Slim fügen wir unserer Innovationsgeschichte ein neues Kapitel hinzu. Nach dem ersten verdeckten Scharnier oder der Erfindung des doppelwandigen Schubkastens haben wir mit Kinvaro T-Slim eine neue Dimension der Unsichtbarkeit geschaffen.“ 

„Wenn weniger mehr ist, dann ist nichts vielleicht alles.“ Dieser Satz des Architekten Rem Koolhaas stand Pate bei der Entwicklung von Kinvaro T-Slim. © Grass

Ein Bewegungssystem, das sich der Gestaltung unterordnet  

Die Herausforderung bei der Entwicklung war schnell klar: Bei einem Möbel, das auf Augenhöhe montiert ist, fällt jedes technische Detail ins Auge. Damit die Optik nicht gestört wird, muss der Beschlag so dünn sein, dass er sich dem Design des Möbels unterordnet. 

Mit einer Baugröße von zwölf Millimeter ist der Drehbeschlag der dünnste, den es derzeit gibt. Möbeldesigner sind so bei der Gestaltung flexibler als zuvor. Der Grund: Ab 16 Millimeter Seitenwandstärke ist alles möglich. Als Material kann Holz ebenso verwendet werden wie MDF oder Glasklappen mit Aluminiumrahmen.

„Die besten Bewegungssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich der Gestaltung des Möbels unterordnen, in dem sie verbaut sind“, so Harald Klüh, Global Brand Manager bei Grass. Neben dem offensichtlichen ästhetischen Plus soll die Reduktion einen weiteren Nutzen bringen: Das Klappensystem braucht nur wenig Platz, sodass der vorhandene Stauraum optimal genutzt werden kann. 

Versteckte Technik 

Das Klappengelenk des Beschlags ist aus vernickeltem Stahl. Wenn sich der fünfteilige Gelenkarm in Bewegung setzt, wird die ganze versteckte Technik sichtbar: Die Schrankfront lässt sich eicht bewegen und die Soft-close-Technologie sorgt für einen sanften Schließvorgang. Das ist gerade bei Oberschränken eine wichtige Komfortfunktion.

Mit einem Öffnungswinkel von 107 Grad öffnet sich die Klappe über den Bewegungsbereich hinaus – so kann sie offenbleiben, ohne zu stören. Falls der Klappenschrank direkt unter der Decke montiert ist, verhindert ein serienmäßig integrierter Öffnungswinkelbegrenzer, dass die Front zu weit hochklappt. Und für grifflose Varianten kann Tipmatic integriert werden. 

Hinsichtlich der Montage lässt Grass mit seiner Neuentwicklung mehrere Möglichkeiten: Kinvaro T-Slim kann sowohl eingefräst als auch in der branchenüblichen Variante aufgeschraubt werden. Die zweiteilige Abdeckkappe lässt sich werkzeuglos montieren und demontieren. So können auch im eingebauten Zustand etwaige Verstellungen am Klappensystem vorgenommen werden. Die Montage an der Front erfolgt einfach per Clip. Die Federkraft ist stufenlos von vorne verstellbar. 

Der Einsatz von Technologie und Mechanik haben es geschafft, dass die neue Klappenlösung das Design von Oberschränken nachhaltig verbessern wird. Nahezu unsichtbar in die Korpusseitenwand eingefügt, ordnet sich der Beschlag der Gestaltung unter und schafft dadurch neue Perspektiven.

Autorin: Bernadette Trepte

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Weitere Artikel
Alle zeigen