Holz hat sich als Baustoff seit Jahrtausenden bewährt. Mit immer neuen Ver- und Bearbeitungsmöglichkeiten kann Holz flexibler und vielfältiger eingesetzt werden. Vom Massivholz bis hin zur Vertäfelung: Holzwände und Wandverkleidungen sind im Trend. Das nicht nur allein deshalb, weil Holz gut aussieht. Als Baustoff weißt das Material auch aus ökologischer Perspektive Vorteile auf.
Während eine Holzvertäfelung früher als Prallschutz für die Wand diente, ist sie heute vor allem Dekoration. Traditionell werden Vertäfelungen mit Hilfe einer Unterkonstruktion aus Latten an die Wand gebracht, die als Träger und Fundament für die verwendeten Holzplatten, Bretter oder Leisten fungieren.
Es handelt sich um Spanholzplatten mit einer beschichteten Oberfläche, die ähnlich wie Laminat montiert werden können. Dabei kann zwischen fugenloser Verlegung und Fugenoptik unterschieden werden. Die Paneele können senkrecht oder waagerecht angebracht werden.
Eine Holzvertäfelung kann je nach gewähltem Holz farblich variieren: Zu den beliebtesten gehören Täfelungen aus Nussbaum, Ulmen- und Eichenholz. Neben den Paneelen aus Spanholzplatten geht der Trend vermehrt zu Naturwerkstoffen, wie Vollholz oder Baumrinden.
Das diese Wandverkleidungen nichts mehr mit dem oft etwas skurrilem Charme der Wände der 70er und 80er Jahre zu tun haben, zeigen die neuen Designs der Unternehmen Jordan und Freund GmbH.
Wandverkleidungen aus Holz schaffen im Nu ein neues Raumgefühl. Unterschiedlichste Möglichkeiten zu einer kreativen Wandgestaltung bietet das Unternehmen Jordan.
Die Kollektion „Paro“ ist beispielsweise als Variante aus Spaltholz zu bekommen. Mit den 25 bis 40 Zentimeter langen Schindeln, die auf eine Holzfaserplatte aufgebracht werden (Format 360 x 550 Millimeter), lassen sich außergewöhnliche, dreidimensionale Wandgestaltungen, Frontfüllungen oder dekorative Raumelemente realisieren.
Die Relief-Oberfläche ist nicht nur ein Hingucker, sondern verbessert nebenbei auch noch die Raumakustik. Durch die Sorptionsfähigkeit des Holzes wird zudem die Feuchtigkeit der Raumluft je nach Fläche und Holzart reguliert.
Die Freund GmbH ist ebenfalls für Wandbekleidungen bekannt, die nicht nur gut aussehen, sondern gleichzeitig auch das Raumklima verbessern. Das österreichische Unternehmen setzt dabei im Innenausbau auf natürliche Materialien, wie zum Beispiel Pappelbaumrinde.
Die Pappel gehört zu den Weidenbäumen und kann Größen von bis zu 30 bis 45 Meter erreichen. An den heißesten Tagen des Jahres erntet Bark House, ein Geschäftspartner der Freund GmbH, das Naturholz. Dabei wird die Rinde sorgfältig in einem Stück von den Bäumen geschält und mit hohen Gewichten belegt, die sie in eine gerade Form pressen.
Nach der Ernte und Trocknung kann die Rinde als ganzes Stück verwendet werden – ein Verkleben auf einem gesonderten Trägermaterial ist nicht nötig. Als kostengünstigere Alternative zu den Rindenpaneelen bietet das Unternehmen auch Schindeln von der Pappelbaumrinde an.
Ob eine Wand komplett oder nur teilweise mit Holz verkleidet wird, hängt nicht zuletzt von der Funktion ab, die das Holz erfüllen soll. Wenn es um rein optische Aspekte geht, ist die Auswahl sehr vielschichtig.
Holz kann als Wandverkleidung aber auch praktische Nutzen haben – etwa, wenn die Holzverkleidung als Schallschutz oder zur Verbesserung der Raumluft genutzt werden soll. Die Art der Gestaltung und der Einsatz des Naturmaterials liegt immer in den Händen des Bauherrn.