Aktuelle Beispiele

Was macht ein Bürogebäude smart?

Angesichts aktueller Energieknappheit wächst die Bedeutung smarter Bürokonzepte. Aktuelle Beispiele zeigen, wie die Zukunft im Office aussehen könnte. Wie lassen sich Bürogebäude zukunftsfähig gestalten? Dieser Frage widmet sich das Fraunhofer Institut mit dem Verbundprojekt Office 21. Zusammen mit Partnern aus der Industrie untersucht die Initiative laufend, wie sich künftig die Büro- und Wissensarbeit verändert. Aus den Ergebnissen werden konkrete Handlungsoptionen abgeleitet, um Arbeitswelten in Unternehmen erfolgreich für die Zukunft zu gestalten.  

19. Jul 2022

Das schlaueste Gebäude Europas?

Zu den Partnern der Initiative gehören Unternehmen wie der Projektentwickler CA Immo, der jüngst mit dem Bürobau „cube“ auf sich aufmerksam machte. Das markante Bürogebäude in Berlin spiegelt beispielhaft zukunftsweisende Arbeitswelten. 

Als „schlauestes Gebäude Europas“ betitelte die Tageszeitung B.Z. den Bau bei der Eröffnung. Die Architektur des Gebäudes stammt von 3XN Architects aus Kopenhagen, die selbst vom smartesten Multi-Tenant Office in Europa sprechen. Doch was macht den mehrfach ausgezeichneten Bau am Berliner Hauptbahnhof so einmalig? 

cube Berlin, Europacity © CA Immo/Andreas Muhs

Alles lässt sich optimieren 

Die Planer von 3XN sprechen vom ersten Büro, das speziell für die Arbeitsplatztrends des 21. Jahrhunderts gebaut wurde. Um neue Arbeitsformen zu unterstützen, gibt es hier nicht nur Möglichkeiten für organisationsübergreifende Kommunikation, aktivitätsorientierte Arbeitsplätze und dynamische Bürolayouts. 

Mit diversen technischen Features lässt sich zudem alles optimieren – vom Zugang und der Kontrolle des Raumklimas bis hin zur Wartung und Energieversorgung. Selbst das Verhalten der Nutzer lässt sich nach Aussage der Architekten nachhaltig verbessern. 

Interaktion mit Nutzern 

Das würfelförmige Gebäude mit der markant gefalteten Fassade besitzt hierfür ein selbstlernendes „Gehirn“. So beschreiben die Architekten die Integration intelligenter digitaler Benutzerschnittstellen. 

Das Gebäude ist so konzipiert, dass es die Interaktion mit den Bedürfnissen und Anforderungen der Nutzer ermöglicht und auf deren Verhaltensmuster reagiert. 

Zugangskontrolle, Aufzugsbetrieb, Klima- und Lichtsteuerung, Buchungssysteme sind alle miteinander verbunden und ermöglichen so eine effektivere Nutzung. Langfristig soll das maßgeblich dabei helfen, Energie zu sparen.

Grasblau, Berlin, Atrium und Lobby © CA Immo

App für effizienten Betrieb 

Über eine App können Nutzer und Besucher mit dem Gebäude interagieren – und das geht über das Öffnen von Türen und das Anfordern von Aufzügen hinaus. Die App soll dazu beitragen, Menschen miteinander zu verbinden, nachhaltiges Verhalten zu fördern und ihren Arbeitstag effizienter zu gestalten. 

Die Nutzer sollen zum Beispiel in der Lage sein, den optimalen Arbeitsplatz auf der Grundlage ihrer individuellen Vorlieben, des Standorts der Kollegen und der Energieeffizienz zu einem bestimmten Zeitpunkt zu ermitteln. 

Smarte Weiterentwicklung 

Nach nunmehr zweijähriger Nutzung des „cube“ fließen die bisherigen Erfahrungen mit dem Raum- und Gebäudekonzept in aktuelle Projekte ein. Mit dem Neubau „Grasblau“ setzt CA Immo die Entwicklung solcher Smart Commercial Buildings fort. 

Das sechsgeschossige Bürogebäude entsteht zurzeit im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach Plänen des Architekturbüros HPP. 

Als voll digitalisiertes Bürogebäude soll auch „Grasblau“ einen effizienten, gesunden, sicheren und nachhaltigen Gebäudebetrieb gewährleisten. Das funktioniert ebenfalls über eine Gebäude-App, mit der den Nutzern viele Services zur Verfügung stehen.

Grasblau, Berlin, Dachterrasse © CA Immo

Mehr Effizienz für Klimaschutz 

Auch hier soll der Einsatz von digitaler Sensorik und vernetzten Systemen für mehr Effizienz sorgen. So erhalten die Mieter ein individuelles Energie-Dashboard, mit denen sie den eigenen Energieverbrauch in Verbindung mit einer Analyse der Raumauslastung optimieren können. 

„Nur, wenn wir im Betrieb von Immobilien konsequent die Möglichkeiten digitaler Bausteine nutzen, können wir die notwendigen Energieeinsparungen zum Erreichen der Klimaschutzziele umsetzen“, sagt die Leiterin von CA Immo Berlin, Sonja Bischoff.  

Zukunftsweisendes Energiekonzept 

Die Fertigstellung des „Grasblau“ ist für das 4. Quartal 2022 geplant. Zum ganzheitlichen Green Building Konzept gehört der ausschließliche Einsatz von schadstoffarmen Materialien. Im Sinne eines Ressourcenkreislaufs wird auf den Einsatz von Verbundstoffen verzichtet. 

Mit dem Anschluss an das bestehende Fernwärmenetz und dem Einkauf von ausschließlich regenerativ erzeugtem Strom, dem Einsatz modernster Heiz- und Kühltechnik, der Rückgewinnung von Energie durch Wärmetauscher sowie dem mittels Digitalisierung optimierten Betrieb kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden. 

Gerade angesichts der aktuellen Weltlage und Versorgungssituation scheint solchen smarten Bürobauten die Zukunft zu gehören.

Autor: Broekmann+Partner

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