25. Nov 2020

Weihnachten im Kokon – es wird heimelig

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu – und das ist Grund zur Freude und Hoffnung. Es hat uns in die Schranken gewiesen, zum eigenen Schutz und Rückzug in die eigenen vier Wände gedrängt. Daraus haben viele Menschen das Beste gemacht, diese aufgemöbelt und an Homeoffice und mehr Zuhause-Zeit angepasst. Cocooning heißt die neue heimelige Gemütlichkeit, die sich auch in den Weihnachtstrends bemerkbar macht.

Der Trend zum Cocooning verstärkt sich 

„In Zeiten von Corona gewinnt eine gemütliche und komfortable Ausstattung des eigenen Zuhauses noch stärker an Bedeutung. Durch Homeoffice, Reisebeschränkungen und Veranstaltungsabsagen verbringen die meisten Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden als sonst“, berichtet der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) im Herbst 2020 und ihr Geschäftsführer Jan Kurth fasst zusammen: „In der Folge stellen sie ihre Einrichtung auf den Prüfstand. Die Budgets werden zugunsten der Wohnung umgeschichtet und lang gehegte Renovierungs- und Anschaffungswünsche umgesetzt.“ 

Auch der Experte für Unternehmens- und Vertriebskommunikation Dr. Roland Heintze erklärt im ambista-Interview: „Das Corona-Cocooning – also der Wunsch, es sich zu Hause so schön und gemütlich wie möglich zu machen – hat die Möbelbranche vor einem tiefen Absturz bewahrt.“ Im Fokus des Cocoonings stehen Homeoffice, Küchen und Sofas – und angesichts des sich nähernden Jahresendes auch immer mehr Artikel für die festliche Dekoration der weihnachtlichen Festtage. 

Der aktuelle Weihnachtstrend 2020: Natürlichkeit, Familie und Beisammensein 

Das Fest 2020 steht im Zeichen der Natürlichkeit, des Umweltschutzes, Recyclings und der Zerbrechlichkeit. Diese Trends spürten Scouts schon vor der weltweiten Virus-Ausbreitung auf – dennoch bewahren sie ihre Gültigkeit, beziehungsweise werden durch Corona sogar bestärkt. 

Denn sie stehen für eine Welt und Veränderungen, deren Folgen langfristig gravierender sein werden als die einer Pandemie. Immer mehr Menschen wird bewusst, wie wichtig Nachhaltigkeit und Naturschutz sind, weil ihnen die Fragilität unseres Ökosystems und Lebens immer bewusster wird.  

So sind Weihnachten 2020 ruhige, warme Farbtöne in Grau, Taupe und Sand, hellem Farngrün und Rotbraun beliebt, ebenso wie in Glas und Papier eingearbeitete Blüten und Blätter, gemalte Pflanzen, Aquarell-Optiken und natürliche Material. 

Zeitgleich kommen bei Städtern Dekorationen, die Themen wie soziale und ökologische Produktion aufgreifen, sehr gut an. Wie zum Beispiel die bunten Weihnachtskugeln Jipi von der Firma ames. Die werden von kolumbianischen Kunsthanderwerkern in den Anden aus den für Panama-Hüte bekannten Jipijapa-Palmen in Handarbeit gewebt.

Die Weihnachtskugeln Jipi sind in diversen Farbkombinationen sowie in vier Größen erhältlich (6 cm, 7 cm, 8,5 cm und 12,5 cm Ø). Jede Kugel ist ein Unikat, das in Handarbeit von kolumbianischen Artesanos hergestellt wurde. © ames gmbh

Als zerbrechlich, poetisches Element sind filigrane Weihnachtssterne der Deutschen Weihnachtssterne Manufaktur im Trend.

Jeder Stern wird als Unikat in sorgfältigster Handarbeit mit der Schere geschnitten und glitzert in Gold, Silber oder Kupfer als Dekoration am Fenster oder Baum. Glitzernd und schillernd sind auch die aktuell beliebten Weihnachtsartikel in Rosa und Silber, Glitter und verspielten, nostalgischen Formen und Motiven. 

Zart schimmernde Engelsflügel, nostalgische Weihnachtsmänner im klassischen Bischofsgewand statt rustikaler Santa-Claus-Gemütlichkeit, zerbrechliche wirkende, Schneekugel-ähnliche Gloschen mit winterlich-weihnachtlichen Miniaturszenen – sie sprechen Kund/innen auf einer sehr emotionalen Ebene an, entsprechen der Sehnsucht nach Romantik und Harmonie.  

Elemente der zarten Poesie, als Reaktion auf eine fordernde und mancherorts auch verunsichernde Welt, finden sich auch in den Trends für das Fest Ende nächsten Jahres wieder. 

Die Weihnachtstrends für 2021: zusammen (gesund) bleiben und weitergehen 

Für das kommende Jahr prognostizieren Trendscouts das Thema „Together“ als prägend für die Weihnachtsdekorationszeit. Das Stilbüro bora.herke.palmisano hat für die Christmasworld der Messe Frankfurt drei Trends ausgemacht: den „contemplative approach“, der sich auf die Natur konzentriert, die „heirloom feelings“, die sich auf Poesie und Anmut besinnen und den „spirited response“ mit nachhaltigen Lösungen. 

Zu der kontemplativen Annäherung, dem besinnlichen Naturtrend, zählen die Trendscouts beispielsweise hölzerne Eicheln oder zerbrechliche, gläserne Kunstwerke. Der Trend verkörpert für die Trendscouts nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch die seit Corona anhaltende zurückhaltende Stimmung.  

„Contemplative Approach“ ist einer von drei Weihnachtstrends, welche das Stilbüro bora.herke.palmisano für Weihnachten 2021 ausmachen Er konzentriert sich auf Natur, ist ursprünglich, taktil und unprätentiös . © Messe Frankfurt

Zu den gefühlvollen Erbstücken, den „heirloom feelings“, zählen die Interior-Spezialist/innen unter anderem die zauberhaften Weihnachtbaumkugeln der Firma Hübsch Danish Home Interior & Design oder zarte Accessoires in Spitze und Perlen auf Silberfäden. Dieser Trend stehe für „empfindsame, optimistische Töne“, welche die Menschen in diesen Zeiten der Krisen fühlen und herbeisehnen.

Der Trend „Heirloom feelings“ besinnt sich auf Poesie und Anmut, ist nostalgisch, jung und verspielt. © Messe Frankfurt

Der dritte Trend, den die Scouts als „lebhafte Antwort“ vorstellen, ist „Nicht Trend, sondern Notwendigkeit“, schreiben die engagierten Designer. Sie stellen darin Produkte vor, die „attraktive Alternativen und unkonventionelle Lösungen“ für Zero Waste, Kreislaufwirtschaft, Up- und Recycling darstellen und gleichzeitig optimal für die Gestaltung des Homeoffice sind, in dem Arbeit und Kinderbetreuung gleichzeitig stattfinden: „Spirited response zeigt ein vitales Miteinander von alltäglicher Arbeit und festlichen Dekorationen.“

Der Trend „Spirited response“ begeistert mit nachhaltigen Lösungen, die dazugehörigen Produkte sind originell, kreativ und unkonventionell. © Messe Frankfurt

Alle Trends sind von den großen Krisen der Menschheit geprägt – der Pandemie und der Umweltzerstörung. Corona hat viele Menschen dazu gebracht, innezuhalten und sich Gedanken zu machen, wie es mit ihrem Leben und dem der anderen weitergehen soll. 

Die Gefährdung der eigenen Gesundheit, die Sorge um Mitmenschen und das Mitgefühl für Regionen der Welt, die unter Corona- und Umweltkrisen stärker leiden als andere, verdeutlicht vielen, wie zerbrechlich das irdische Dasein ist und gleichzeitig auch, wie wertvoll und schützenswert. 

Die Festtage zum Jahresende hatten schon immer den Anspruch, besinnlich zu sein, einen Rückblick aufs alte Jahr zu ermöglichen, als Ausblick für ein besseres neues. 2020 war ein ganz besonderes, das wir entsprechend würdigen und verarbeiten müssen. Schöne Dinge, festliche Dekorationen können dazu beitragen, dass Menschen sich nicht nur in ihrem Kokon besser und sicher fühlen, sondern auch Statements sein – für mehr Achtsamkeit und Fürsorglichkeit.  

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Weitere Artikel
Alle zeigen