Veränderte Arbeitswelten

Wie kommt das Office gut ins Home? 

Seit dem Frühjahr 2020 hat sich die Arbeitswelt verändert. Viele Beschäftigte haben sich aufgrund der Corona-Krise ins Homeoffice zurückgezogen und arbeiten auf dem Sofa, am Küchentisch oder auf der Terrasse. Das Büro hat im Zuhause Einzug gehalten und dafür gesorgt, dass die eigenen Möbel neue Funktionen übernehmen müssen. Dass beispielweise ein Esstisch aber nicht zum stundenlangen Arbeiten gedacht ist, haben die meisten schon nach dem ersten Arbeitstag gemerkt. Wie man durch einfache Ergänzungsprodukte das „Home“ zum „Homeoffice“ aufmöbeln kann, zeigen diese Hersteller. 

04. Mai 2020

Zuhause und Homeoffice in einem 

Seit der Gesundheitskrise hört man nicht selten, dass das Büro, so wie wir es kennen, seine letzten Tage erlebt und mobiles Arbeiten das Modell der Zukunft ist. Der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil sprach zuletzt sogar vom „Recht auf Homeoffice“ und der deutsche Vizekanzler Olaf Scholz pries in einem Interview mit der Zeitung „Bild am Sonntag“ die Vorzüge des Arbeitens von zu Hause aus an. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich ist – das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten“, so Scholz.  

Dass in der Regel aber die meisten Arbeitnehmer keinen Platz für ein separates Büro zu Hause haben, wird dabei häufig in den Hintergrund gedrängt. Viele Beschäftige wurden in den letzten Wochen im „Home+Office“ mit Situationen konfrontiert, die sonst im Arbeitsalltag keine Rolle spielen. Vermehrte Rückenbeschwerden, Arbeiten bei einer ständigen Geräuschkulisse durch Familie und Partner und der Mangel an Extra-Stauraum sind nur einige der Probleme, die man nennen kann.

Nichtsdestotrotz meistern viele die Situation in den eigenen vier Wänden vorbildlich und haben die Vorzüge des mobilen Arbeitens bereits lieben gelernt. Die Mehrheit hat die Erfahrung gemacht, dass man unkompliziert und trotzdem konzentriert auf dem Sofa oder dem Sessel arbeiten kann. Und dass das teamübergreifende Arbeiten mit den Kollegen nicht an einen festen Arbeitsplatz gekoppelt ist.

Dank Geräten wie Laptop, Tablet oder Smartphone funktioniert Arbeiten 4.0 von überall aus. Damit es aber so reibungslos wie möglich verläuft, sind nicht nur Hard- und Software entscheidet: auch das Arbeitsumfeld muss angepasst werden. Einige Hersteller haben Möbel und kleine Helfer entwickelt, die die Zukunft des mobilen Arbeitens nachhaltig verbessern sollen. 

Standsome – Arbeiten im Stehen und Sitzen 

Einen Tisch hat wohl jeder zu Hause. Einen Tisch, der beim Arbeiten hoch- oder runtergefahren werden kann, eher nicht. Das ist meistens nur im Büro üblich. Damit flexibles Arbeiten auch im Stehen im eigenen Zuhause und unterwegs funktioniert, hat das Mainzer Start-up Friedrich & Patriz Möbel einen Schreibtischaufsatz entwickelt, der als Stehschreibtisch, Stehpult, Schreibtischkonsole oder Ständer eingesetzt werden kann.

Durch den Aufsatz namens Standsome kann ein einfacher Tisch in Nullkommanichts in ein Stehpult umgerüstet werden. Erst die E-Mails im Sitzen beantwortet, dann die Telefonkonferenz im Stehen absolviert: Die Abwechslung zwischen Arbeiten im Stehen und im Sitzen fördert nachweislich die Konzentration und bei einem regelmäßigen Wechsel der Arbeitsposition kommt der Kreislauf beim Aufstehen nach einer längeren Sitzphase wieder in Schwung.

Der Stehschreibtischaufsatz besteht aus vier Holzplatten, die ohne Schrauben einfach für die gewünschte Arbeitshöhe zusammengesteckt werden können. Braucht man es nicht mehr, klappt man den Aufsatz einfach zusammen und verstaut ihn in der Ecke.  

Mit der Tischstellwand Focus kommen Zilenzio dem Bedürfnis nach Privatsphäre entgegen. Der Wandschirm aus Textil passt sich dank seiner flexiblen Konstruktion verschiedensten Anforderungen an und lässt sich nach der Arbeit einfach zusammenfalten. Die komplette Serie wurde 2016 auf der Orgatec in Köln vorgestellt. © Zilenzio

Im „Focus“ – Arbeitsräume flexibel anpassen 

Wenn man Zuhause kein eigenes Homeoffice hat, braucht man häufig einen kleinen Helfer, der es schafft, dass man am gemeinsamen Esstisch konzentriert arbeiten kann. Einen kleinen Raum im Raum. Die textile Tischstellwand namens Focus vom schwedischen Unternehmen Zilenzio kann das. Das Möbel absorbiert Schall effektiv und schafft gleichzeitig etwas Privatsphäre im Raum. Bei Videokonferenzen ist man so konzentrierter und fühlt sich auch abgeschirmter vom Rest der Wohnung.

Durch die Verwendung natürlicher Materialien wie Mineralwolle, Holz aus den Wäldern Schwedens und die Zusammenarbeit mit einer Auswahl bekannter skandinavischer Designer und internationaler Stoffwebereien ist Focus nicht nur ein leistungsfähiges, schallabsorbierenden Produkt, sondern auch optisch ein Hingucker. Und wenn die Arbeit im Zuhause geschafft ist, kann man es leicht zusammenfalten und verstauen. Auch im Rucksack oder im Koffer. 

Wenn schon sitzen, dann dynamisch  

Durch die Luftfüllung, die spezielle Form und das hochwertige Material ermöglichen die Dynair Ballkissen von Togu dynamisches Sitzen und Trainieren. © ToguStundenlanges Sitzen im Büro oder in der Schule ist häufig die Ursache für Rückenschmerzen und geminderte Leistungsfähigkeit. Wer „dynamisch“ sitzt, wirkt den Beschwerden jedoch entgegen. Das deutsche Unternehmen Togu hat mit dem luftgefüllten Original Dynair Ballkissen nicht nur aktiv-dynamisches Sitzen in den Alltag integriert, sondern gleichzeitig auch die Möglichkeit für effektive Koordinationsübungen nach der Arbeit ins eigene Zuhause gebracht.

Durch das Ballenkissen bleibt die Muskulatur und die Bandscheiben stets in Bewegung, entlastet den Rücken und stabilisiert die Wirbelsäule. Zusätzlich werden beim sogenannten sensomotorischen Training (Zusammenspiel zwischen Nerven- und Muskelsystem) Konzentration und Koordination sowie Gelenkstabilität und Bewegungsabläufe allgemein verbessert. Ist die Arbeit am Esstisch erledigt, wandert das Ballenkissen direkt mit auf den Sessel auf den Balkon oder für eine Trainingseinheit auf den Boden. 

Einfach und schnell verstaut 

Extra Stauraum ist im eigenen Zuhause eher selten. Wenn man im Homeoffice arbeitet, werden wichtige Ordner, Laptop und Schreibtischutensilien nicht selten von A nach B geschoben – bleiben dabei aber immer im Sichtfeld. Abhilfe kann ein klassischer Rollcontainer schaffen. Flexibel eingesetzt, dient das Möbelstück tagsüber als Stauraum unter dem Esstisch oder neben der Couch.

Am Ende des Arbeitstages lässt sich leicht das gesamte Homeoffice in den Schubladen verstauen. Und durch die Rollen verschwindet es schnell und unkompliziert in der Ecke. So kann privat privat bleiben und man hat nicht das Gefühl, dass man im Büro lebt. Rollcontainer gibt es in den verschiedensten Farben und Materialien. Ein Klassiker sind beispielsweise die Designs von USM Haller. 

Der Rollcontainer von USM Haller bringt Ordnung ins Homeoffice. Das Möbel ist nicht nur praktisch, sondern sieht auch noch gut aus. © USM Haller

Kommentare (2)
Porträt von Benjamin Halde
Benjamin Halde
casetur mechanism GmbH
21:32 | 12.05.2020
Für die meisten "Heim"-Arbeiter sind Platz sparende Lösungen sicher von Vorteil, da nicht jeder ein zusätzliches Arbeitszimmer zur Hand hat. Verstaubare Tische und ähnliches rücken dann schnell in den Fokus. Mechanische Lösungen gibt es unter anderem bei casetur mechanism, www.casetur.com
09:15 | 08.05.2020
Der Klassiker von USM ist sicher eine Bereicherung für jedes Wohnambiente. Aber der Preis sprengt gerade in Krisenzeiten und bei 10 Mio. Kurzarbeitern einfach den Rahmen. Trotzdem eine gute Idee, zumal man den Laptop sicher verstauen kann.