26. Mai 2020

Start-up-Check: Zweite Chance für gebrauchte Möbel

Second-Hand liegt im Trend: Gebrauchte Kleidungsstücke, Schuhe oder Handtaschen sind heute keine Ladenhüter mehr und auch der Gebrauchtwagenmarkt floriert. Für gebrauchte Möbel sieht es aber nicht immer so aus. Wenn die alte Kommode der Oma oder der Schrank der Mutter nicht dem eigenen Geschmack entspricht, landet das Möbelstück nicht selten im Sperrmüll. Das will die neue Online-Plattform WirKaufenDeinMöbel.de jetzt ändern. Im Interview erklärt Geschäftsführer Kai Kogelboom die Idee.

Die Plattform WirKaufenDeinMöbel.de will die Lücke schließen, die im Bereich „Verkauf von gebrauchten Möbeln“ so noch nicht bedient wurde. Wie sind Sie auf die Idee für die Plattform gekommen? Wie lange haben Sie an dem Konzept gearbeitet, bevor Sie online gegangen sind? 

Mit unserem Online-Shop Original-Antike-Möbel.de verkaufen wir seit Jahren Antiquitäten und Design-Möbel. Hier ist der Durchbruch gelungen, nachdem wir uns auch international aufgestellt haben. Dabei haben wir immer wieder Anfragen von Kunden, die ihre hochwertigen Möbel verkaufen wollen. Dazu kommt die Tatsache, dass wir auf vielen Luxus-Plattformen tätig sind, die aufgrund von hohen Kosten und langwierigen Bewerbungsprozessen für Privatleute nicht zugänglich sind. Für manche Plattformen hat der Bewerbungsprozess über ein Jahr gedauert. So entstand vor ca. vier Jahren die Idee, diese beiden Säulen unseres Geschäfts miteinander zu verbinden. Seit Ende 2019 steht nun unsere Plattform WirKaufenDeinMöbel.de, die ständig weiterentwickelt wird. 

Über Ihre Plattform kann man seine gebrauchten Möbel über Ihren Service im Ausland zum Verkauf anbieten. Was sind die Hauptabsatzmärkte für die Möbelstücke? Wer zählt zu den potenziellen Käufern im Ausland? Und welche Möbelstücke können Interessierte über Sie zum Verkauf anbieten?

Unsere Hauptabsatzmärkte sind Europa, Großbritannien, und die USA. Wir verkaufen allerdings auch Möbel nach China und Russland. Über unsere Partnerplattformen erreichen wir ein großes Zielpublikum. Gerade im Ausland gibt es noch häufig den Beruf des Inneneinrichters, ganze Häuser werden mitsamt der Inneneinrichtung finanziert. Neben dem Händlernetzwerk zählen aber auch Privatleute zu unseren Kunden. Wir verkaufen für unsere Kunden eigentlich alle Möbel, der Fokus liegt allerdings auf Einzelstücken, Design-Möbeln und Antiquitäten aller Epochen. Unser Gutachter-Team entscheidet für jedes Möbelstück individuell, für welche Plattform es am besten geeignet ist. 

Sie arbeiten mit Monatsabos. Wie sieht Ihr Business-Modell genau aus? Welche Lösungen bieten Sie Ihren Kunden an? Und wie finanzieren Sie sich als Start-up?

Unsere Finanzierung wurde von Anfang an aus Eigenmitteln gestemmt. Das Business-Modell sieht vor, dass wir durch die Abonnenten-Zahlungen unserer Kunden die Kosten decken können, die wir mit der Vermarktung der Möbel haben. Der Erfolg unserer Kunden ist also auch unser Erfolg. Wir verdienen dann an der Verkaufsprovision. So bieten wir für den günstigen Preis von 5,99 Euro pro Monat ein Rundum-Sorglos-Paket für den Verkauf von Möbeln. Vom Upload über die Kommunikation bis hin zum Transport.

Bildbearbeitung, Möbelstückbeschreibung und Upload – das sind die Arbeitsschritte von WirKaufenDeinMöbel.de, wenn ein Kunde das Abo bei Ihnen abgeschlossen hat. Das klingt simpel, ist es aber wahrscheinlich nicht. Wie arbeiten Sie mit Partner-Websites zusammen, um das bestmögliche Angebot für das Möbelstück im Ausland zu erzielen? 

Von Anfang an musste unser Ziel sein besonders effizient zu Arbeiten. Nur so ist es möglich, unseren Service günstig anbieten zu können. Wir arbeiten mit Schnittstellen zum Upload auf verschiedenen Plattformen, sowie mit Newslettern, um unsere Händler-Kollegen schnell und einfach erreichen zu können. Bei den Beischreibungen profitieren wir von der Erfahrung unserer Mitarbeiter und Übersetzer. Wichtig ist, dass das Gesamtpaket stimmt, wir sind hier auch immer auf die Mitarbeit unserer Kunden angewiesen. Zum Beispiel verkaufen sich die Möbel am besten, von denen die besten Fotos eingereicht wurden.  

Zu Ihren Services zählen nicht nur der Verkauf von Möbelstücken, sondern auch die Einlagerung und die Logistik. Was kann sich ein potenzieller Kunde darunter vorstellen? 

Über Partner-Speditionen und Logistik-Unternehmen sind wir in der Lage in ganz Deutschland zu niedrigen Preisen Möbel einlagern zu lassen. Dies ist wichtig geworden, weil wir oft Kunden haben, die aufgrund einer Wohnsauflösung oder ähnlichem ihre Möbel schnell loswerden müssen.Um im Ausland einen hohen Verkaufserlös zu generieren, benötigen wir aber oft einen längeren Zeitraum. Um diese Lücke zu füllen haben wir eine effektive Lösung mithilfe unserer Partner gefunden. 

Kai Kogelboom war sieben Jahre Vertriebsleiter in einem Möbelhandel im Münsterland, bevor er 2018 Geschäftsführer der Münsterland Gruppe GmbH wurde. Seit 2019 ist er Geschäftsführer der KUX-Gruppe zu der auch seit Ende 2019 die Online-Plattform WirKaufenDeinMöbel.de gehört. 

Schreiben Sie den ersten Kommentar
Weitere Artikel
Alle zeigen